Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 267)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 260 — Antrag ist, und daß derjenige, der für sechs Redner ist, die Hand erheben soll. Del. Dr. Nacht gibt die hebräische Uebersetzung. Präsident Wolffsohn: Wer für sechs Redner ist, erhebe die Hand (geschieht). Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. (Große Unruhe.) Meine Herren! Ich bitte also alle, die in der Liste eingetragen sind, sich sofort nach Schluß der Sitzung auf Zimmer Nr. 20 zu begeben und ihre Generalredner zu wählen. Del. Dr. Halpern: Hoher Kongreß! Im Namen der folgenden Delegierten und in meinem eigenen Namen habe ich die Ehre, Ihnen zur Debatte, die uns jetzt beschäftigt, folgende Resolution vorzubringen und ich werde mir gestatten, die Namen der Einbringer zu verlesen (liest): Dr. Tschlenow, U s s i s c h k i n, Dr. Emil M a r g u 1 i e s, Julius Simon, Boris Goldberg, Podlischewski, Dr. Heymann, Jakob Moser, Slatopolski, Dr. Hausmann, Adolf Böhm, Dr. T h o n, Dr. Weizmann und Dr. Halpern. Nachfolgende Resolution beehren wir uns Ihnen zu unterbreiten: „Der Kongreß billigt die vom E. A. C. und die vom Palästinaamte geleistete kolonisatorische Arbeit und fordert deren Fortsetzung und Ausbreitung auf Grundlage der bisherigen Prinzipien." Hoher Kongreß! Wir wissen alle, daß ... Präsident Wolffsohn (unterbrechend): Ich habe Ihnen nur das Wort zu einem Antrage gegeben. Wir haben eine Kommission gewählt, wir haben Generalredner, und da können Sie unmöglich jetzt schon den Antrag begründen, bevor die Kommission getagt hat! Del. Dr. Halpern: Herr Präsident, ich wollte Ihnen nur sagen, ich bin mit Ihnen einverstanden. Meines Erachtens erleichtert es die Technik der Verhandlungen, wenn man bei der Wahl der Generalredner weiß, warum wir diese Resolution einbringen. Ich hätte es in zwei Worten getan; wenn Sie, Herr Präsident, aber meinen, daß, das geschäftsordnungsmäßig nicht zulässig ist, werde ich verzichten. Präsident Wolffsohn: Herr Prof. O r n s t e i n , Sie wollten auch eine Anfrage stellen? (Ruf: Er ist nicht hier!) Die Palästinakommission versammelt sich sofort nach der Sitzung hier oben auf dem Podium. Das Wort hat nun Herr Dr. Ornstein zu seiner Anfrage. Del. Dr. Ornstein: Hoher Kongreß! Ich möchte Ihnen eine Angelegenheit, welche auch in die Palästinadebatte gehört und die für uns in Holland von größter Wichtigkeit ist, vorbringen und von dem E. A. C. eine Erklärung hierzu erbitten. Die Angelegenheit ist kurz folgende: In einer holländischen Zeitung war die Nachricht enthalten, daß in Palästina eine Diamantenarbeitergesellschaft gegründet wurde, die gegen die gewerkschaftliche Organisation der internationalen Diamantenarbeiter gerichtet sein würde, eine clandestine Organisation. Es existiert in der Diamantenbranche ein von der Gewerkschaft und von den Arbeitgebern anerkanntes Monopol. Wenn wir also in Palästina gegen dieses Monopol arbeiten, so würde die zionistische Organisation oder die Zionisten, die so etwas machen, genau dasselbe tun, was wir machen würden, wenn wir gegen die Grundsätze der jüdischen Religion arbeiten würden, während von dieser Tribüne aus erklärt wurde, daß der Zionismus nie etwas gegen die jüdische Religion tun werde. Ich möchte fragen, ob das E. A. C. nicht von dieser Tribüne aus die Erklärung abgeben kann, daß ebensowenig wie gegen die jüdische Religion.....(Vizepräsident Dr. Gast er: Lassen Sie doch die Religion aus dem Spiele!) Ich möchte Sie fragen, ob nicht hier erklärt werden kann, daß ebensowenig wie gegen die jüdische Reli-