Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 198)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 191 - Arbeitskraft dem Nationalfonds in uneigennütziger Weise zur Verfügung zu stellen. (Lebhafter Beifall.) Wo aber auch der Sitz der Leitung sein mag, und wer sich immer an der Spitze derselben befinden möge, so möchte ich, da ich nicht weiß, ob ich noch die Gelegenheit habe, an autorativer Stelle dies zu vertreten, die folgenden Grunds.ätze den Verwaltern des jüdischen Volksschatzes aufs wärmste ans Herz legen. Die Popularität, die sich der Nationalfonds erworben hat, beruht vor allem auf zwei Grundlagen: Erstens auf dem Zwecke, dem der Nationalfonds grundsätzlich dient, d. h., insbesondere der praktischen Ausgestaltung seines Arbeitsgebietes in Palästina, zweitens auf dem Vertrauen, welches sich das Direktorium durch die Vorsicht seiner Geschäftsführung und das strenge Festhalten an den statutarischen Vorschriften des Fonds erworben hat. Diese Popularität ist ein Hoffnungsanker für die Zukunft. Wir sehen, dab selbst Kreise, die dem Zionismus fernstehen, anfangen, zu dem Ernst unserer Arbeit und dem Segen, der durch dieselbe gestiftet wird, Zutrauen zu gewinnen, so daß wir die Ueberzeugung haben, dab der Fonds nicht nur ein Vermögen ist, das dem ganzen jüdischen Volke dient, sondern auch von den Juden der ganzen Welt ohne Unterschied der religiösen oder politischen Gesinnung gesammelt wird. So wird einmal der jüdische Nationalfonds einen Sammelpunkt der gesamten Judenheit nicht nur in der Theorie, sondern in der Wirklichkeit bieten, um zukünftigen Geschlechtern den Segen unserer Arbeit zu übermitteln. (Lebhafter Beifall.) Und nun nach diesen Ausführungen habe ich wohl das Recht, an ihre weitere Mitwirkung für die Vergrößerung des Nationalfonds auf das energischeste ziu appellieren. Gewaltige Autgaben stehen uns in Palästina bevor. Die Entwicklung der Dinge läßt erwarten, daß der Nationalfonds schon in naher Zeit berufen ist, richtunggebend für die Entwicklung der Kolonisation in Palästina autzutreten. Für die größte dieser Aufgaben sind die uns jetzt zur Verfügung stehenden Summen eine unbeachtliche Bagatelle und es ist jetzt Eure Pflicht, in allen Ländern mit der größten Energie und Opferwilligkeit die Organisation auszubauen, die dazu dienen soll, Palästina zu einem blühenden Garten für das jüdische Volk zu machen. (Lange anhaltender, stürmischer, sich immer erneuernder Beifall.) Präsident Wolffsohn: Das Wort hat Herr Simons aus Haag. Del. Simons: Ich möchte die Herren des E. A. C. bitten, eine einfache Erklärung abzugeben, ob Sie bereit sind, dafür Sorge zu tragen, daß in der Folge nur ganz objektive Artikel über die Verhandlungen des Kongresses in der „Welt" erscheinen werden. Ich stelle die Frage nur deshalb, weil ich der Ansicht bin, daß das offizielle Organ unserer Bewegung nicht das Recht hat, einen subjektiven parteiischen Artikel über die Verhandlungen des Kongresses zu schreiben, der dem Interesse unserer Bewegung sehr schadet. (Lebhafter Beifall.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte noch einige Mitteilungen entgegenzunehmen. Mitgl. des E. A. C. Dr. Levin: Sonntag abend i/o8 Uhr Volksversammlung des Misrachi im Zentralhotel. Gäste willkommen.