Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 185)
- Language
- German, English, Hebrew
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SIEBENTE SITZ U N G Freitag, den 5. September 1913 Beginn der Sitzung: 4 Uhr 15 Minuten Vizepräsident Stand: Ich eröffne die Sitzung, bitte die Herren Delegierten ihre Plätze einzunehmen und erteile das Wort Herrn Dr. Nacht Del. Dr. Nacht: Im Namen der Vereinigung der zionistischen studierenden Jugend in Rumänien erlaube ich mir, den XI. Kongreß auf das herzlichste zu begrüßen und folgende Erklärung abzugeben: Die zionistische studierende Jugend in Rumänien erblickt im Zionismus das einzige Mittel zur Lösung der Judenfrage, der moralischen Judennot, die vom zionistischen Standpunkte aus viel wichtiger ist als die materielle Judennot. Die Vereinigung zionistischer Studierender in Rumänien bittet den hohen Kongreß, und besonders das A. C, die zionistische Propaganda in der Weise zu betreiben, daß die jüdischen Schulen überall und ganz besonders in Rumänien, wo es deren über 81 gibt, im jüdisch-nationalen Sinne, im Geiste der jüdischen Tradition geleitet werden. Die Vereinigung wünscht, daß besondere Fürsorge und Aufmerksamkeit der Frage der hebräischen Lehrer geschenkt werde; fast sämtliche jüdischen Schulen in Rumänien leiden in dieser Hinsicht an einem furchtbaren Mangel, der jeden besseren hebräischen Unterricht unmöglich macht. Die jüdische Vereinigung der studierenden Jugend in Rumänien macht den geehrten Kongreß ferner auf eine andere ernste Frage aufmerksam: auf den Mangel an höheren jüdischen Mädchenschulen. (Hört, hört!) Es ist eine bekannte Tatsache, auf die bereits Achad Haam hingewiesen hat, daß in Sachen der jüdisch-nationalen Erziehung die Mädchenschule der Knabenschule voranzustellen ist. Der zionistische junge Mann — das lehrt uns die Erfahrung — hört in vielen Fällen bald auf, Zionist zu sein, wenn er sich verheiratet, weil seine Frau nicht mittun will, wenn sie der sogenannten besseren Gesellschaft — und in dieser Beziehung gehören fast alle der besseren Gesellschaft an — entstammt. Die Frau hat ihre Erziehung in nicht jüdischen Anstalten, in den Missionsschulen genossen, wo sie zu allem anderen als zu einer guten Jüdin herangebildet wird. Sie ist nicht die Frau, die in der kernigen Sprache unserer Weisen beto su ischto das jüdische Haus bedeutet, die Hohepriesterin, die mit reinen Händen das Glaubensfeuer schürt und anfacht. Das Gegenteil ist der Fall. Der jüdische Mann ist in seinem eigenen Hause nicht zuhause, noch viel weniger das jüdische Kind. Dem jüdischen Heim fehlt die jüdische Frau, die jüdische Mutter. Die zionistische jüdische Männerfrage ist eine jüdische Frauenfrage. Kein zionistischer Mann ohne die zionistische Frau. Wie sagte unser großer Führer: Was ist die jüdische Frau in unserer Bewegung? Nichts. Was kann sie sein? Alles. Jüdisch-nationale höhere Mädchenschulen sind eine condicio sine qua