Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 183)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 176 — Es kommt nunmehr der zweite Absatz dieses Antrages zur Abstimmung. Er lautet (liest): „Wir beantragen die Einsetzung einer Kommission für die Bankleitungsfrage, die nach dem Referate über die Banken dem Kongresse Bericht erstatten soll". (Lebhafte Zwischenrufe.) Sie sind zu freundlich, Sie wollen mir alle helfen. Das geht doch nicht. Wenn hundert Leute dasselbe schreien, damit ist es mir noch nicht möglich, hier zu Worte zu kommen. Ich bitte um Ruhe. (Lebhafte Zwischenrufe: Decharge!) Es wird sich ja entscheiden, ob wir jetzt zur Decharge kommen oder nicht. Herr Dr. Katzenelsohn hat mich gebeten, dem Kongresse mitzuteilen, daß ja ein Referat über die Bank hier im Kongresse erstattet werden wird. (Rufe: Das wissen wir ja!) Der vorliegende Antrag hat den Zweck und den Sinn die Abstimmung zu verschieben, bis wir dieses Referat über die Bank gehört haben. (Lebhafter Widerspruch.) Wir werden also jetzt über den Antrag abstimmen und ich bitte diesen zweiten Passus in das Hebräische zu übersetzen. (Lebhafte Zwischenrufe. — Großer Lärm.) Ich bitte doch um Ruhe! (Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Wir sind ja mitten in der Abstimmung. (Zahlreiche Zwischenrufe.) Meine Herren! Es wird der Antrag gestellt, die Dechargeerteilung vor diesem Antrage vorzunehmen. (Zahlreiche Rufe: Endlich!) Wenn mir das einer gleich gesagt hätte und nicht hundert, so wäre ich ja gleich so vorgegangen. (Lebhafte Heiterkeit.) Der Antrag der russischen Landsmannschaft ist, was die Dechargeerteilung anbelangt, der weitgehendste. Er Iatptet (liest): „Der XL Kongreß spricht dem E. A. C. sein vollstes Vertrauen und seinen tiefsten Dank aus für die von ihm auf organisatorischem Gebiete geleistete fruchtbringende Arbeit und erteilt dem E. A. C. die Decharge." Ich fasse diesen Antrag dahin auf, daß damit dann die heutige Diskussion und Debatte endgültig erledigt ist. (Lebhafter Beifall. — Widerspruch.) Auch ein Mißverständnis! Selbstverständlich kommt dann die Frage bezüglich der Bankleitung später zur Abstimmung, nicht heute. Heute sind wir damit fertig. (Lebhafter Widerspruch.) Es kann darüber kein Mißverständnis obwalten. Mit diesem Antrage ist die Generaldebatte geschlossen. (Lebhafte Rufe: Nein!) Ich werde den Kongreß fragen. Del. Dr. Margulies: Unser Antrag ist weitergehend. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte den ersten Teil des Antrages der westösterreichischen Landsmannschaft zu verlesen. Vorerst aber hat Herr Ussischkin das Wort lediglich zur Abgabe einer Aufklärung für den Kongreß. Del. Ussischkin: Ich möchte nur erklären, daß wir diese Decharge sofort zur Abstimmung gebracht wünschen. Was die prinzipellen Entschließungen anlangt, die von Herrn Simon eingebracht worden sind, so sind sie bloß verschoben. Wir werden sie in einigen Tagen wieder vorbringen. (Lebhafte Zwischenrufe. — Lärm.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Wenn darüber keine Einigkeit herrscht, dann werde ich einfach den Kongreß über diese Angelegenheit befragen. Wer dafür ist, daß die Generaldebatte mit dem; Antrage auf Dechargeerteilung geschlossen werde, und daß die Frage bezüglich der Bankleitung auf einige Tage verschoben werde, wolle die Hand erheben. (Geschieht. — Lebhafter Beifall.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Der Antrag ist angenommen. (Erneuerter, lebhafter Beifall.) Wir kommen nun zur Abstimmung über den Dechargeantrag. (Lebhafte Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Ich gebe jetzt niemanden zur Geschäftsordnung das Wort. Wir sind jetzt mitten in der Abstimmung. (Lebhafte Zwischenrufe. — Delegierter M o t z k i n spricht auf den Vorsitzenden ein.) Ich muß Sie zur Ordnung rufen, wenn Sie mich stören.