Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 66)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ansicht, daß die ganze Frage nur eine Frage der Courtoisie ist, und wir sind weiter der Meinung, daß die jetzige Leitung an dem Konflikte mit Dr. Max Nordau nicht schuldlos dasteht. (Beifall!) Wir sind der Meinung, daß Dr. Max Nordau heute vielleicht hier stünde, wenn man gegen ihn drei Monate vorher höflich gewesen wäre. (Zustimmung.) Ich werde daher für den Antrag Fischer und gegen den Antrag- Ussischkin stimmen, weil die Einsetzung der Kommission schon ein Mißtrauensvotum gegen Nordau bedeutet. (Zwischenrufe.) Del. Dr. Halpern (besteigt die Rednertribüne. — Stürmische Rufe: Schluß! Abstimmen! — Lärm). Präsident Wolffsohn (das Hammerzeichen gebend). Ruhe! Herr Dr. Halpern hat das Wort. Del. Dr. Halpern: Verehrter Kongreß! Nur zwei Worte! Da hier von verschiedenen Rednern erklärt wurde, daß man sich Max Nordau gegenüber!mit einem Akte der Courtoisie begnügen will, so ziehe ich zugleich im Namen des Herrn Ussischkin unsere Anträge zurück. Das genügt uns! (Lebhafter Beifall. — Zwischenrufe. — Lärm.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte jetzt um Ruhe, geehrter Kongreß. (Zwischenruf: Ich stelle den Antrag auf Schluß der Debatte!) Ein solcher Antrag ist ja schon längst gestellt. Es liegt jetzt nur noch der Antrag Jean Fischer vor, an Max Nordau eine Antwort in dem Sinne abzuschicken, wie Sie es hier gehört haben. Das Präsidium wird noch die Redaktion des beantragten Telegramimes vornehmen und ich bitte jeden, der dafür ist, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Geschieht.) Der Antrag ist mit wenigen Gegenstimmen angenommen. (Stürmischer Beifall.) Ich wurde gebeten, hier mitzuteilen, daß heute abend das hebräische Theater Vorstellungen gibt. Für einen Juden, der Interesse für die hebräische Sprache hat, ist es, glaube ich, überflüssig, dem auch nur ein Wort noch hinzuzufügen. Was ich gesagt habe, wird genügen, um alle Hebräisch Verstehenden und auch die anderen, die nur ein wenig davon verstehen, zum Besuche dieser Vorstellung zu bewegen. Ferner wird mitgeteilt, daß die Delegierten aus Lodz 1000 Frcs. für ein Jemenitenhaus gespendet haben. (Lebhafter Beifall.) Der M i s - r a c h i teilt mit, daß er sich um i.^ Uhr im Beethovensaale ver- »sia'mmelt. Vizepräsident Dr. Gaster (macht in französischer Sprache eine Mitteilung). Sekretär Dr. Rosenblüth: Der Per'manenzausschuß versammelt sich heute abend, 8 Uhr, im Zimmer Nr. 20 des Musikvereinsgebäudes. Es haben einige Landsmannschaften ihre Delegierten in den Permanenzausschuß noch nicht gewählt. Diese Landsmannschaften müssen das bis heute abend erledigt haben. Die südafrikanische Landsmannschaft versammelt sich heute nachmittag, 3 Uhr, hier im Kongreßgebäude, Saal 16, 2. Stock. Die galizische Landsmannschaft versammelt sich um 21/2 Uhr im Beethovensaal. Die Delegierten der rumänischen Landsmannschaft haben eine Sitzung um 4 Uhr im Saale Nr. 20 dieses Gebäudes. Die öffentliche Frauenversammlung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina findet um 3 Uhr nachmittags im Beethovensaale statt. Die Versammlung palästinensischer Arbeiter und Arbeitgeber findet im Zimmer 20 dieses Gebäudes um 3 Uhr nachmittags statt.