Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 54)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 47 — kunft erwarten läßt, — das ist der wahre Beweis dafür, daß die Berliner Periode sich nicht nur äußerlich ivon der früheren Zeit unterscheidet. (Lebhafter Beifall.) . Für die neue Kongreßperiode wird es unseres Erachtens im Interesse unserer Arbeit liegen, wenn sie auf Grund der Tendenzen der letzten zwei Jahre fortgesetzt wird. -Nur eine Aenderung erscheint uns notwendig. Wenn das Große Actions-Comite ,in die Lage kommen soll, bei wichtigen Ereignissen namens der Organisation eingreifen zu können —- und solche Ereignisse werden nicht ausbleiben — so müssen dem Großen Actions-Comite die Machtmittel der Organisation zur Verfügung stehen. (Lebhafter Beifall.) Wenn Sie vom Großen Actions-Comite Verantwortungsübernahme fordern, so müssen Sie ihm auch die Möglichkeit geben, in verantwortungsvollen Momenten zu handeln. Dies >ist heute nicht der Fall, wo eine der Majorität /des Großen Actions-Comites entgegengesetzte Richtung unumschränkt über den Jüdischen Nationalfonds, die Jüdische Kolonialbank und die Anglo Palestine Company verfügt. Ich will nicht davon sprechen, wie unwürdig es war, Männern, denen man die höchsten Interessen nicht nur der Organisation, sondern der zionistischen Idee selbst, überantwortete, nicht auch das Vermögen und den weitaus größten Teil der Einnahmen der Organisation .anzuvertrauen. Auch sachlich sind durch den jetzigen Zustand Schwierigkeiten entstanden, denen die Leitung der Organisation nicht dauernd ausgesetzt werden darf. Wir müssen daher fordern, daß diese Anomalie wieder beseitigt wird. (Stürmischer Beifall.) Wenn Sie dieser Forderung, die (uns als eine unumgängliche Notwendigkeit erscheint, Rechnung tragen, so werden Sie nichts weiter getan haben, als dem System des X. Kongresses zu folgen, das eine Rückkehr zu den organisatorischen Grundsätzen bedeutete, auf denen Herzl die Organisation aufgebaut hat. Geehrter Kongreß! Wir haben Ihnen das System unserer Arbeit unterbreitet. Sie ist Ihnen nicht fremd. Denn es ist nicht weniger Ihre Arbeit als unsere, es ist die Arbeit unseres Gesamtorganismus, dessen Organe wir alle sind. Deswegen ist auch Ihre Kritik wie die unserige Selbstkritik. Und so wird sie nicht zur Verbitterung, sondern zur Besserung führen, nicht als ein Tadel ,der persönlichen Ansichten des Gegners, sondern als ein Beitrag zur (Erhöhung der zionistischen Gesinnung, zur Verfeinerung der zionistischen Methoden erscheinen und damit auch ihrerseits ein positives Element unserer Arbeit sein. Unser Ehrgeiz ist es » nur, dieser Kritik eine sachliche (Unterlage geliefert zu haben. (Stürmischer, langanhaltender Beifall im Saale und auf den Galerien.) Präsident Wolffsohn: Geehrter Kongreß! Ich habe vorhin, als ich unserer Toten gedachte, zwei Männer nicht erwähnt (die Versammlung erhebt sich), die im zionistischen Leben eine große Rolle gespielt, die mit uns geschaffen und gearbeitet haben. Es sind dies unser Prof. Max Mandelstamm aus Kiew und der Bildhauer Beer, der, wie Sie wissen, für uns seinerzeit die Kongreßmedaille und die Herzlbüste geschaffen hat. Deren Andenken wollen wir ebenfalls ehren, und ich konstatiere, daß Sie sich deshalb von Ihren Sitzen erhoben haben. Ich danke Ihnen. Es ist bei mir eine Beschwerde eingelaufen, der zufolge die Delegierten weder nach ihren Parteien, noch nach ihren Landsmannschaften bezüglich der Sitzordnung eingeteilt sind. (Lebhafte Zustimmung.) Ich bin nicht in der Lage, augenblicklich eine Aenderung zu treffen, ich werde aber mit dem Zentralbureau gleich nach der Sitzung Rücksprache pflegen, damit in dieser Richtung Remedur geschaffen werde. (Lebhafter Beifall.) Herr Dr. Bogratschoff wünscht unserem Kämpen Ussischkin, der heute 50 Jahre alt wird, eine Blumenspende im Namen der palästinen-