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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 45

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 45 (sequence 52)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 45 — Schlüssen des Großen Actions-Comites und des Zentralkomitees (lebhafter Beifall), das als Vertretung ^tes Kongresses im Jahre 1912 zum erstenmal zusammengetreten ist. Unsere Finanzen waren geordnete. Unsere laufenden Ausgaben sind bis auf einige tausend Mark, die noch im Laufe des Kongresses eingehen werden, durch laufende Einnahmen gedeckt worden. (Lebhafter ßeifall.) Wir haben uns auch im wesentlichen in den Grenzen unseres Etats halten können. Nur die Ergebnisse der Administration unseres Zentralorganes haben unseren Erwartungen nicht entsprochen. Wir hatten geglaubt, unseren jährlichen Zuschuß stark herabsetzen und bald ganz beseitigen zu können. Tatsächlich aber hat derselbe auch in den beiden letzten Jahren die frühere Höhe erreicht. Wir haben daher vor einigen Monaten, als die Sachlage ganz geklärt war, die Grundsätze der Administration, wie wir sie bei der Uebernahme der Geschäfte von Köln vorgefunden hatten, einer Revision unterzogen und werden das Ergebnis des neuen Bilanzjahres abwarten. Wegen aller anderen Einzelheiten verweise ich auf die Ihnen .übergebene Aufstellung. Von den uns von der Jüdischen Kolonialbank gewährten Vorschüssen haben wir die beiden ersten von 70 000 M. und 30 000 M. samt 4"..» Zinsen zurückgezahlt. Der noch laufende Kredit von 100 000 M., der für das Jahr 1912/13 bestimmt war, wird am Fälligkeitstage, d. h. am 1. Oktober 1913, ebenfalls abgedeckt werden. Wir verdanken dieses Ergebnis den Fortschritten unseres Zentralfonds, der es uns ermöglicht hat, politische und kulturelle Ausgaben zu decken. Immerhin kann unser Finanzwesen noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Ohne jedes eigene Vermögen ist das Actions-Comite alljährlich auf Vorschüsse angewiesen. Eine Organisation, die über 10 Millionen Mark verfügt, zwingt ihre Exekutive, sich durch Garantien von Privatleuten Kredit zu schaffen (hört, hört!), bis am Ende des Jahres und noch später die Einnahmen bei der Zentrale einlaufen. Hier muß bald Wandel geschaffen werden. Denn dieser Zustand ist nicht nur ungesund, er ist auch unmoralisch. Es darf nicht dahin kommen, daß in unserer demokratisch aufgebauten Organisation der Geldbeutel Einfluß gewinnt. (Lebhafter Beifall.) Auch der Höhe nach können die jetzigen Einnahmen für die Dauer nicht ausreichen, wenn Sie wünschen, daß die politischen und kulturellen Arbeiten fortgesetzt, daß die Propaganda ausgebaut wird. Und so werden .wir Ihnen schon für die nächste Kongreßperiode einen Etat vorlegen, der eine Jahresausgabe von 226 000 Mark vorsieht. Geehrter Kongreß! Wir sind uns bewußt, der ideellen Seite der Bewegung die ihr zukommende Rolle zugewiesen zu haben. Wir dürfen sagen, daß unsere Tätigkeit nicht im Sammeln allein bestanden hat, daß unsere Korrespondenz dich nicht in Mahnungen wegen Schekel und Zentralfonds erschöpft hat. Wir dürfen aber nicht übersehen, daß zu jeder fruchtbringenden Tätigkeit Geld gehört, ja daß mit der doch von Ihnen allen gewünschten Verdoppelung und Verdreifachung der Arbeit auch die Ausgaben steigen müssen. Und so müssen Sie sich darüber ganz klar sein, daß auch unsere Ausgaben rapide steigen müssen, wenn Sie Erfolge erwarten, und daß auch unser Unternehmen, wie jedes andere in der Welt, eine kapitalistische Grundlage erfordert, die unserer Organisation bisher fehlt. Die Kapitalien unseres Nationalfonds und unserer Bank sollen für die palästinensische Kolonisation unverkürzt 'bleiben. Und wir halten es für gänzlich ausgeschlossen, daß wieder einmal Gelder der Bank für Zwecke der Organisation verwendet werden müßten, wie dies vor uns geschehen ist. (Stürmischer Beifall.) Dieser Gefahr können wir nur entgehen, wenn Sie dem Zentralfonds neue Jahresbeiträge zuführen und das Actions-Comite dauernd und ausreichend unterstützen.

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