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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 16

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 16 (sequence 23)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--3935-3480078
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— 16 — Die Türkisch-sephardische Israeliteng ein ein de ehren wir besonders als westlichen Vorposten derjenigen Gemeinden, mit denen wir in der Türkei Hand in Hand gehen, um! im ottomanischen Reiche ein schönes sympathisches Verhältnis nicht nur mit der ottomanischen Regierung, sondern mit der gesamten Bevölkerung des türkischen Reiches zu erlangen. (Lebhafter Beifall.) Ich erteile nunmehr das Wort meinem Kollegen, Herrn S o k o I o w. Mitglied des Engeren Actions-Comites Nahum Sokolow (mit stürmischem, sich stets erneuerndem Beifall und Tücherschwenkeri begrüßt): Geehrter Kongreß! Die Schwierigkeit, das jüdische Leben zu überschauen, in großen Linien zu schildern und in abgemessenen Proportionen als Züge eines Bildes darzustellen, liegt auf der Hand; sie liegt eben in der Sache selbst. Die Diaspora ist ein Chaos. Vor dem Auge des Beobachters huschen zusammenhanglose Schattenbilder flüchtig vorüber. Die mannigfaltigsten Verwicklungen der Judenfrage, die Not und das Elend in den verschiedensten Formen, die Verfolgungen,, die Ausnahmegesetze, die Wanderungen, die inneren Zwistigkeiten und dergleichen lassen sich nicht in ein System bringen. Vergebens suCht der ordnende Sinn nach einer Formel. Nichtsdestoweniger dürfte es hier Pflicht sein, wenigstens den Versuch einer solchen. Schilderung zu machen. Wo soll denn sonst die Lage des jüdischen Volkes geschildert werden? Wo ist denn sonst eine Tribüne, von der aus das jüdische Volk über seine Angelegenheiten offen spricht? Wäre außer dieser Tribüne, die dem Zionismus geweiht ist, noch eine andere irgendwo in der Weit vorhanden, die für die Gesamtinteressen des Volkes bestimmt wäre, dann könnte vielleicht der Gedanke aufkommen, wir täten besser, das allgemeine Problem jener anderen Tribüne zu überlassen. Der Gedanke könnte aufkommen, richtig wäre er nicht. Denn für uns ist eben der Zionismus die einzig richtige und gründliche Lösung des Judenproblems. und nichts ist natürlicher, als daß wir uns mit diesem Problem eifrig beschäftigen. Haben wir uns doch immer bemüht, das jüdische Empfinden und die Erkenntnis des wahren Zustandes unseres Volkes auf eine höhere Stufe zu heben, nichts zu bemänteln und zu verschweigen, sondern der Wahrheit mit kühnem Mut ins Auge zu schauen. Wir tun dies mehr für uns, als für die Fernstehenden. Der zionistische Kongreß ist unser Forum, und wir laden uns selbst vor das Tribunal unseres Gewissens. Möge die Außenwelt uns hören; wir wünschen nichts sehnlicher. Wir bedienen uns deswegen verschiedener Sprachen. Wir haben keine Mysterien, wir sind nicht in Nebel gehüllt, klar und deutlich kommt die Pein unseres Volkes durch unseren Mund zum Ausdruck, weil wir seine Qualen tief im Herzen tragen und ebenso klar zeigen wir den Weg der Rettung. Möge die Welt hören — aber vor allem und im wesentlichen gilt der Bericht uns selbst, damit wir Einkehr in unser Gewissen halten und nachzudenken beginnen. Wie sieht das jüdische Leben in der Diaspora jetzt aus? Ein

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