Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 345)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 345 — Und doch, als er zu der Ueberzeugung kam, daß eine Aenderung unbedingt geschaffen werden müsse, war er in Berlin der erste und der eifrigste, der zu den Friedensbeschlüssen, die den Weg zu den Ergebnissen dieses Kongresses geebnet haben, beigetragen hat. (Lebhafter Beifall.) Und erst auf diesem Kongresse, am zweiten Tage, hat uns Herr Wolffsohn Worte gesagt, die ich jetzt in Erinnerung bringen möchte: Ob auf der höchsten Spitze, oder als einer in den Reihen, — er wird ebenso unserer Volkssache ergeben sein und ebenso für unser heiliges Ideal wirken. (Beifall.) Ich bin überzeugt, diese Worte werden auch1 Taten sein und als Vorbild dienen. Nicht nur Herr Wolffsohn, sondern alle, die hier sind, sind jetzt durchdrungen von diesem Streben, — wieder geeinigt dem Volke zu dienen; denn nur dieser geeinigte Dienst wird unsere Bewegung weiter und weiter führen. Darum denke ich, daß wir den zehnten Kongreß nicht nur als einen 'Jubelkongreß, sondern auch' als einen Friedenskongreß bezeichnen dürfen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Geehrter Kongreß! Wir haben eben eine neue Leitung gewählt. Auch ihr Weg wird nicht mit Rosen belegt sein; denn der zionistischen Organisation, unserer Volkssache zu dienen, ist keine leichte Aufgabe. Ich hoffe daher, daß, wenn es auch in unseren Reihen manche gegeben hat, die vielleicht mit schwerem Herzen, aber doch dem Bedürfnis unserer Organisation Rechnung tragend, die Hand für diese neue Leitung erhöben haben, daß sie ihr Vertrauen schenken werden. Und ich bin überzeugt, sie wird durch ihre Ergebenheit und durch ihre ernste Arbeit dieses Vertrauen uns allen gegenüber in kurzer Zeit rechtfertigen. Und nun, meine Damen und Herren, in diesem Moment, wo wir von unserem Friedenskongreß scheiden, in diesem feierlichen Moment, wo äer Geist des Stifters des Zionismus hier , in diesem Saale schwebt, wende ich mich an Euch alle mit meinem herzlichsten Wunsch. Wir stellen zwar noch nicht das ganze jüdische Volk dar, wir sind aber derjenige Teil des Volkes, der rastlos zum Aufleben strebt. Wir sind jetzt von inneren Reibungen und Kämpfen frei und können unsere ganzen Kräfte dem Dienst unserer Sache widmen. Wollen wir nun von hier aus, jeder in seine Stadt, jeder in seine Umgebung zu den verschiedensten Schichten unseres Volkes gehen und sie zum Anschluß an usere Arbeit und in unsere Reihen rufen. Wie in den alten Zeiten unserer Makkabäer wollen wir ihnen allem zurufen und das alte, erprobte Losungswort verkünden: „Wer für Gott, der komme zu uns!" (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Ussischkin (hebräisch): Meine lieben Freunde! Bevor wir auseinandergehen, erachte ich es al|s notwendig, Ihnen einige Worte zu sagen. Zunächst möchte ich den Helden des Kongresses erwähnen. Der Held des Kongresses ist Herr David Wolffsohn. Er ist es nicht, weil man ihm Beifall klatscht; das haben wir schon mehrere Male gesehen, aber er ist