Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 343)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 343 — ausgeführt, daß, obwohl wir jetzt einen Jubelkongreß haben, wir doch sehr wenig Veranlassung zum Jubilieren haben. Und er hat vollkommen recht, wenn wir von der Lage unseres Volkes reden. Wenn wir aber unsere Bewegung im Laufe dieser kurzen Periode, vom ersten Kongreß bis zu diesem Jubelkongreß, betrachten, so dürfen wir sagen: Wohl nicht mit Jubel, aber doch mit Befriedigung können wir auf den zurückgelegten Weg blicken. Hier, auf diesem Bild — Dr. Tschlenow weist auf das Bild Herzls, an der Wand zu Häupten der Estrade — sehen Sie unsern Führer, als er uns zum Zusammenschluß unserer Kräfte zusammenberufen hat, um gemeinsam dem Elend des jüdischen; Volkes ein Ende zu machen. Mit prophetischem Blick übersieht er den Weg, der von der Diaspora bis zur Heimat führt, und mit prophetischem Auge sieht er alles das, was auf dem noch wüsten Lande in kurzer Zeit wieder blühen wird. Aber wie viele waren damals, vor 14 Jahren, die ihm gefolgt sind, die das verstanden haben, was er so anschaulich klar vor sich gesehen hat? Es war ein kleines Häuflein. Und wie sah es in unserem Heimatlande aus? Nur ganz kleine, wenn auch starke und lebensfähige Anfänge waren dort, in den Dörfern. Wenn wir nun betrachten, was für eine kräftige und einige Organisation wir jetzt haben, und wenn wir das ins Auge fassen, was in unserem Lande in dieser kurzen Periode in den Dörfern und Städten, im materiellen und geistigen Leben, schon entstanden ist, so wiederhole ich: Wenn nicht mit Jubel, so können wir wenigstens mit Befriedigung sagen: Das jüdische Volk hat diese 14 Jahre nicht umsonst gelebt, und die zionistische Organisation hat in diesen 14 Jahren dem jüdischen Volke einen guten, ernsten Dienst geleistet. Aber, geehrter Kongreß, für uns gibt es noch ein Zeichen, das uns nicht nur zur Befriedigung, sondern auch zum Jubel Veranlassung gibt. Ich meine diejenigen Ereignisse, die wir jetzt, in diesem Augenblick, hier alle miterlebt haben. (Zustimmung.) In der kurzen Periode ihres Bestehens hat unsere Organisation nicht einmal starke Krisen durchgemacht. Ich will Sie an die Uganünzeit erinnern. In diesem Saale war es, von dieser Tribüne, aus diesem Saale bin ich, nach dem historischen Votum, weggegangen, und eine große Schaar von Delegierten ist mit mir zusammen hinausgegangen. Wir wußten nicht, ob wir zurückkehren würden, oder ob ein Riß in unseren Reihen entstanden ist, den wir nicht wieder würden vereinigen können. Da ist der siebente Kongreß gekommen. Wir haben uns wieder vereinigt und sind noch stärker als frühier aus dieser Krise herausgegangen! Nicht lange hat es gedauert; wieder haben wir, geehrte Damen und Herren, eine schwere , Krankheit, im Laufe der letzten Jahre, durchgemacht. Wieder ist ein Riß in unsere Reihen gekommen. Differenzen, teilweise program-