Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 342)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 342 — die Wir zu tragen haben werden, voll und ganz uns bewußt sind. Wenn wir dennoch das schwere Amt auf uns zu nehmen entschlossen sind, so geschieht es deshalb, weil wir es als Pflicht eines jeden Zionisten betrachten, dem Rufe, der seitens des Kongresses, unserer obersten Instanz, ergeht, unbedingt und unweigerlich Folge zu leisten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir zweifeln nicht, daß wenn uns Ihre Unterstützung gewährt werden wird, die nächsten zwei Jahre nicht fruchtlos für die Bewegung sein werden, und wenn wir nach zwei Jahren wieder vor Sie hintreten, so mögen Sie sine ira et studio entscheiden, ob wir Ihren Erwartungen entsprochen haben werden. Unsere Aufgabe ist keine leichte. Der Weg führte von Wien über Köln nach Berlin. Wir wissen, daß Berlin auch nur ein Durchgangsstadium sein wird. Geht der Zug später nach London, nach Paris, nach Rußland — wir wissen es nicht, das eine aber wissen wir: er endet in Jerusalem. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Und auch' das wissen wir, daß die Tradition, die sich in vierzehn Jahren zionistischer Tätig'keit ausgebildet hat, nicht verloren sein wird. Wir betrachten es als eine ernste Pflicht, diese Tradition zu bewahren und nicht nur jeden Bruch mit dem alten zu vermeiden, sondern die treuesten Hüter des Baseler Programms zu sein. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Seien Sie versichert, daß wir die bisher geleistete Arbeit zu schätzen wissen, und wir glauben in Ihrer aller Namen zu sprechen, wenn wir denjenigen beiden Mitgliedern des vergangenen E. A. C, die im Dienste unserer Sache sich aufgerieben haben, auch von dieser Stelle unseren herzlichsten Dank aussprechen. (Stürmischer, langandauernder Beifall und Händeklatschen — die Versammlung erhebt sich — Tücherschwenken.) Mögen Herr Wolffsohn und Herr Kann in Bälde ihre Kraft wieder in vollem Maße gewinnen. (Beifall.) Wir aber bitten für unsere zukünftige Arbeit um Nachsicht.. Was wir zu tun vermögen, das wird geleistet werden. Viel bleibt noch zu tun, und Sie wissen ja alle aus der Vergangenheit, daß das Tempo des Fortschrittes unserer Bewegung ein langsames ist. Aber ein Fortschritt wird, das hoffen wir bestimmt, auch in Zukunft stattfinden, und wenn wir alle in Einigkeit weiter arbeiten, so werden wir doch mit der Zeit unser großes, uns allen so heiliges Ziel erreichen! (Stürmischer Beifall, Händeklatschen, Tücherschwenken.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich erteile nunmehr das Wort Herrn Dr. Tschlenow. Del. Dr. Tschlenow (mit lebhaftem, langanhaltendem Beifäll und Händeklatschen begrüßt): Geehrter Kongreß! Unser Meister Dr. Nord au hat in seiner Rede am ersten Tage des Kongresse^