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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 331

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 331 (sequence 331)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 331 — zur Beschlußfassung vorlegen. Ich mache Herrn Dr. Friedmann darauf aufmerksam, daß wir nach dem Referate des Herrn Sokolow hier ungefähr 8 Stunden eine Debatte geführt haben, allerdings in hebräischer Sprache, der vielleicht nicht alle Herren Delegierten haben folgen können. Im übrigen habe ich nur noch mitzuteilen, daß die Herren Rabbiner Reines und Rabin o witsch unseren Resolutionen vollinhaltlich zugestimmt haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Lichtheim: Geehrter Kongreß! Nachdem es nicht .... Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Li cht heim, Sie haben nicht das Wort! Zunächst spricht Herr Kaplansky. Sie kommen dann sofort. (Zwischenrufe — Del. Struck: Das ist eine Unwahrheit!) Herr Struck! Ich rufe Sie zur Ordnung für diese Aeußerung! Sie haben nicht das Recht, einen solchen Ausdruck zu gebrauchen. (Zahlreiche Zwischenrufe, ins^ besondere seitens des Del. Reines.) Herr Reines, Sie haben nicht das Wort! Sie bekommen es sofort. Herr Kaplansky, ich bitte zu sprechen. (Lebhafte Zwischenrufe — anhaltende Unruhe.) Ruhe! Solche Debatten können nur verfolgt werden, wenn Sie sehr ruhiges Blut behalten. (Auf der Präsidententribüne entsteht zwischen mehreren Delegierten, insbesondere zwischen den Del. Struck und Dr. Thon ein Wortwechsel.) Herr Dr. Thon und Herr Struck, ich bitte die Tribüne zu verlassen. (Fortdauernder Lärm.) Herr Struck, hören Sie, ich bitte Sie, die Tribüne zu verlassen, ebenso Herr Thon. C'est le Thon, qui fait la musique. (Schallende Heiterkeit und Beifall — andauernde Unruhe.) Ruhe, Herr Rabinersohn! Meine Damen und Herren! Ich bitte noch ruhig zu bleiben, damit wir diese Angelegenheit würdig zu Ende führen. Herr Kaplansky hat das Wort. Del. Kaplansky: Geehrter Kongreß! Im Auftrage der Kongreßfraktion des Jüdischen sozialistischen Arbeiterverbandes Poale-Zion sehe ich mich genötigt, folgende Erklärung abzugeben: Wir sind uns des Ernstes der aufgeworfenen Frage und der Situation bewußt. Nichts liegt uns ferner, als der Wunsch, irgendeine Fraktion dieses Kongresses zu majorisieren oder gar zu vergewaltigen, sie in einen Konflikt mit ihrem Gewissen zu bringen. Aber wenn wir zu wählen haben zwischen unseren Ueberzeugungen und taktischen Erwägungen, halten wir es für unsere Pflicht, unseren Ueberzeugungen treuzubleiben. Und unsere Ueberzeugung ist, daß die Zionistische Organisation das kulturelle Werk und das Erziehungswerk im Oriente und in Palästina nicht aus der Hand lassen darf und auf diese kulturelle Tätigkeit nicht verzichten kann. Aus diesem Grunde haben wir dem ersten Satze der ersten Resolution in der Kommission zugestimmt, daß die zionistische Organisation die kulturelle Tätigkeit im Oriente und Palästina leite und konzentriere. Ich muß aber sagen, daß wir bereit waren, uns mit einer Erklärung gegenüber der Fraktion des Misrachi zufrieden zu geben, daß der Zionismus und die zionistische Organisation in religiösen Fragen völlig neutral sind. Das ist auch unsere Ueberzeugung, daß im Zionismus die Religion Privatsache ist und die zionistische Organisation in religiösen Fragen sich neutral verhalten muß. Aber auf eine weitergehende Erklärung konnten wir in der Kommission nicht eingehen, und ich muß sagen, ich habe zur letzten Sitzung der Kommission keinerlei Einladung erhalten. Für uns ist der zweite Absatz der ersten Resolution eine Ueberraschung. Es haben gerade die Delegierten aus Palästina in dieser Kommission Erklärungen abgegeben, die uns gezwungen haben, auf weitgehende Enunziationen zu verzichten. Ich kann auf diese Einzelheiten nicht weiter eingehen; aber es wurde uns berichtet, daß eine Erklärung dieser Art, wie sie von Ing. Syrkin beantragt worden ist, zu allerlei Komplikationen, unerwünschten Klagen und unnötigen Zusammenstößen führen muß. Aus

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