Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 301)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 301 — deutschen und russischen Redner Schluß der Debatte beantragt wird, wodurch die kleinen Landsmannschaften überhaupt nicht zum Worte kommen würden — wie wir gestern gesehen haben, sind die Herren aus der deutschen und russischen Landsmannschaft nicht sehr loyal in solchen Fragen und lassen es sich genügen, (wenn sie angehört worden sind — den Antrag stellen, es möge § 18 resp. 19 beibehalten werden. (Laute Rufe: Nein! Nein!) Ich habe früher wiederholt gehört, nicht durch Zwischenrufe, sondern durch Händeerheben mögen wir unsere Zustimmung oder Abweisung kundtun. Daß Sie und Herr Dr. D a i c h e s nicht einverstanden sind, haben wir eben gehört. Ich beantrage also, § 19 möge beibehalten werden mit dem Zusätze: „Schluß der Debatte kann in diesem Falle nicht beschlossen werden, insolange ein angemeldeter Redner einer jeder Landsmannschaft und Fraktion nicht zum Worte gekommen ist." Das ist notwendig, damit die kleinen Landsmannschaften nicht vergewaltigt werden. Daß die großen Landsmannschaften früher zum Worte kommen, erachte ich als gerechtfertigt. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort erhält nunmehr Herr Dr. H e y m a n n. Del. Dr. Heymann: Geehrter Kongreß! Ich bitte Sie, den § 13, jetzt 19, in der Fassung der Kommission anzunehmen. (Bravo!) In jedem Parlamente der Welt kommt derjenige zuerst zum Worte, der das größte Gewicht vertritt, und zwar nicht das physische Gewicht (Del. Dr. B r a u d e: Also nicht Sie? — Heiterkeit.) Ich sage ja, Herr Dr. B r a u d e, nicht das physische Gewicht, also nicht ich, auch nicht das geistige Gewicht, also nicht Sie (lebhafte Heiterkeit), sondern das Gewicht der Stimme. (Del Dr. Braude: Dann wieder Sie! — Schallende Heiterkeit), das der größten Stimmenzahl, das heißt, zuerst kommen die großen Landsmannschaften daran, die Russen, die Oesterreicher, wir, die Deutschen, und dann die andern. Denn, meine Herren, die Folge des heutigen Prinzips ist die, daß der Kongreß zu einem inhaltslosen Schauspiele für die Galerie herabgedrückt werden muß. Alles Wichtige wird in den Kommissionen erledigt, in den landsmannschaftlichen Besprechungen, und auf den Kongreß kommt man mit einem fertig festgestellten Programm, weil die großen Landsmannschaften gar nicht die Möglichkeit haben, auf dem Kongresse zu ihrem Rechte zu kommen. Wir haben sehr oft das Schauspiel erlebt, daß Dutzende von Rednern sich meldeten, die im eigenen Namen sprachen. Was Herr X oder Y dem Kongresse zu sagen hat, interessiert uns nicht. (Lebhafter Widerspruch.) Was uns interessiert, ist, wie die großen Gruppen von Delegierten die Angelegenheit auffassen. (Widerspruch.) Wir wollen wissen, wie die Majorität des Kongresses voraussichtlich denkt, damit man sich danach das Urteil bilden könne. Ich bitte Sie noch einmal, nehmen Sie aus allen diesen Gründen, vor allem, um die Würde des Kongresses zu wahren, den § 19 in der jetzigen Fassung an. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es ist ein Antrag eingegangen aut Schluß der Debatte über diesen Paragraph. (Beifall.) Wer für Schluß der Debatte über diesen Antrag ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Der Antrag ist angenommen. Ich lasse jetzt über den Antrag abstimmen, und zwar zunächst über den Antrag .... (Lebhafte Unruhe.) Ich werde die Sitzung sofort unterbrechen, wenn nicht Ruhe eintritt. Ich lasse jetzt über den Antrag der Organisationskommission abstimmen. Der Antrag, den Herr Dr. Margulies gestellt hat, ist der weitgehendste Antrag. (Widerspruch.) Meine Herren, der Antrag Margulies ist der weitgehendste Antrag. (Lebhafte Zwischenrute.) Aber es ist auch der Antrag der Kommission und der wird immer zuerst