Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 267)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 267 — Del. Foner (spricht im Jargon weiter): Del. Rabinersohn: Ich weiß, wie jetzt bei Beendigung des Kongresses jede Minute teuer ist, aber ich erlaube mir, das Wort zu nehmen, weil ich "glaube, daß mein Projekt einen bedeutenden und praktischen Nutzen haben wird. Gestern habe ich im Palästinakomitee einen Antrag wegen Einrichtung eines hebräischen Theaters am Gymnasium in Jaffa vorgelegt. Wahrscheinlich ist es dem größeren Teil der Damen und Herren bekannt, daß in Eton und Cakage, wo die Kinder der englischen Aristokratie erzogen werden, altgriechische Theaterstücke aus Sophokles aufgeführt werden. Kein Mensch versteht altgriechisch, aber alle Leute gehen hin. Ich projektiere in ähnlicher Weise, daß man zwei Theaterstücke einer Kommission von Literaten übergibt, und zwar patriotisch-jüdische Stücke, die man ins Hebräische übersetzen läßt. Die Gymnasiasten, für die die hebräische Sprache schon ganz lebendig geworden ist, sollen diese Stücke einstudieren. Wir haben ferner zwei vorzügliche Künstler unter uns, die Herren Struck und P i 1 i c h o w s k y. Dem einen steht das Museum von Berlin, dem andern der Louvre zur Verfügung. Diese können, wenn in den Stücken Szenen althistorischen Charakters aus Babylon usw. vorkommen, genaue Zeichnungen nach den Originalen machen. Ferner kann man einen berühmten Regisseur nach Jaffa zum Einstudieren der Stücke schicken. Mit einem Wort, man soll die Sache so machen, daß die europäische Presse und Kritik sie als vorzüglich hinstellt. Wenn die Ferien kommen, wird man die besten von den Mädchen und Jungen aussuchen; bildet eine Künstlertruppe und schickt sie mit einem guten Impresario nach den großen Städten Amerikas, Englands und sogar nach Deutschland. Diese Bibelstücke in der hebräischen Sprache werden Aufsehen erregen und das Projekt wird viel eintragen. Ich glaube, in dieser Idee liegt ein Kalifornien für unsere Bewegung. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ferner möchte ich wärmstens die Errichtung kleiner Volksschulen in allen Kolonien und Dörfern Palästinas empfehlen. Das würde sehr billig zu stehen kommen. Eine Lehrerin würde genügen. Diese Schulen sollen sich bestreben, auch die arabischen Kinder heranzuziehen und ihnen unentgeltlichen Unterricht in der hebräischen und arabischen Sprache erteilen. Damit werden wir der nächsten Generation unserer Kolonisten Freunde bei den Arabern gewinnen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Auch ich habe eine Anregung an Herrn Rabinersohn: Daß er selbst nach Palästina hinübergeht. Solche Leute können wir drüben gut brauchen. (Lebh. Beifall.) Jetzt kommen wir zur Abstimmung über die vorliegenden Anträge. Ich lasse nun jeden einzelnen Antrag vor der Abstimmung verlesen. (Rufe: Auch Uebersetzen!) Sie wissen, daß bei uns alles vor der Abstimmung übersetzt wird. Es liegt ein ganzes Konvolut von Wünschen und Vorschlägen vor. Diese Vorschläge sind aber in eine solche Form gefaßt, daß sie eigentlich das sind, was man als Anregung für die künftige Leitung bezeichnen kann. Es sind keine Beschlüsse zwingender Natur. Aus diesem Grunde richte ich an Sie die Bitte, diese Beschlüsse einen nach dem andern, wenn Sie kein ernstliches Bedenken habien, zu akzeptieren. Nun bitte ich Herrn Dr. Rosenblüth, diese Resolutionen zuerst in deutscher Sprache zu verlesen. Nach jeder einzelnen Resolution wird die Uebersetzung in hebräischer Sprache erfolgen und das dürfte wohl genügen. Del. Dr. Pasmanik: Ich habe eine Frage. Flaben Sie die Ueberzeugung, daß alle Resolutionen nicht bindender Natur sind? (Rufe: Ja!) Dann bitte ich im Namen der Palästinakommission, eine kurze Erklärung abgeben zu dürfen. Meine Damen und Herren! Die Palästinakommission hat die ersten -.zwei Ihnen vorgelesenen Resolutionen als bindend betrachtet und nur die