Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 189)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 189 — kommt und morgen wenigstens ein halber Tag für das Organisationsstatut benützt wird, sonst werden wir nicht fertig werden. Dies stelle ich als Antrag. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich fasse den Antrag des Herrn Wolffsohn als Antrag auf Schluß der Debatte auf. Hierzu ist eine Dreiviertelmajorität erforderlich. Ich bitte die Herren Delegierten, sich auf ihre Plätze zu begeben. (Del. Samuel Daiches: Es darf doch jemand dagegen sprechen!) Wir haben jetzt keine Zeit mehr für die Diskussion über Geschäftsordnungsfragen. Wer für den Antrag Wolffsohn auf Schluß der Debatte ist, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. Es ist zweifellos mehr als eine Dreiviertelmajorität für Schluß der Debatte (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag Katzenels oh n. Del. Trietsch: Eine Frage! (Rufe: Keine Frage!) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ihnen, Herr Trietsch, ist eine Frage erlaubt. (Heiterkeit.) Del. Trietsch: Ich möchte fragen, ob zu diesen beiden Anträgen Erläuterungen gegeben werden können oder nicht. (Rufe: Nein!) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich meine, Sie haben Erläuterungen genug gegeben. (Heiterkeit und lebhafter Beifall. — Unruhe.) Del. Dr. Margulies: Ich bitte, die Anträge zu verlesen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Sekretär Dr. Rosenblüth wird die Anträge verlesen. Zunächst kommt der Antrag Katzenels o h n. Sekretär Dr. Rosenblüth (liest): „Der X. Zionistenkongreß konstatiert, daß die bisherigen Versuche zur Regelung der jüdischen Emigration bei weitem ungenügend und nicht einheitlich sind, er appelliert in erster Linie an das jüdische Volk und an die Organisationen, die sich an diesem Werk betätigen, um eine großzügige einheitliche Organisationsarbeit, die dem Ernst der Frage entspricht, zu inaugurieren. Der Kongreß fordert insbesondere von den Zionisten und den zionistischen Organen: 1. Eine ernste Mitwirkung an dieser wichtigen Gegenwartsarbeit und Erhaltung des Auswandererelements für das nationale Judentum. 2. Eine Förderung der Emigration nach dem nahen Orient, insbesondere nach Palästina und Syrien." Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte, wer für diesen Antrag Katzenelsohn ist, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenomme n. Nun kommt der Antrag Trietsch. Sekretär Rosenblüth (liest): „Der Kongreß wolle beschließen die Schaffung eines zionistischen Emigrationsamtes mit dem Sitze in Berlin und mit folgenden Zwecken: 1. Sammlung informativer Materialien über alle Möglichkeiten jüdischer Einwanderung nach Palästina und anderen (vorzugsweise den nächstgelegenen) Gebieten des osmanischen Reiches. 2. Verbreitung dieser Informationen. 3. Realisierung (resp. Beihilfe zur Realisierung) der gefundenen Möglichkeiten."