Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 188)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 188 — fertig werden und können heute nachmittag die Kulturfrage diskutieren, d. h. das Referat S o k o 1 o w über die hebräische Sprache erledigen. (Beifall.) Die Resolution lautet: „Der X. Zionistenkongreß konstatiert, daß die bisherigen Versuche zur Regelung der jüdischen Emigration bei weitem ungenügend und nicht einheitlich sind. Er appelliert in erster Linie an das jüdische Volk und an die Organisationen, die sich an diesem Werk betätigen, um eine großzügige einheitliche Organisationsarbeit, die dem Ernst der Frage entspricht, zu inaugurieren." Der Kongreß fordert insbesondere von den Zionisten und den zionistischen Organen: 1. Eine ernste Mitwirkung an dieser wichtigen Gegenwartsarbeit und Erhaltung des Auswandererelements für das nationale Judentum. 2. Eine Förderung der Emigration auf dem nahen Orient, insbesondere nach Palästina und Syrien." Del. Trietsch: Soll ich meinen Antrag jetzt überreichen? Vizepräsident Dr. Bodenheirner: Ich bitte sehr. Die Rednerliste u'mfaßt 17 Redner. Es ist beantragt, die Rednerliste zu schließen. Wer für Schluß der Rednerliste ist, bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Die Dreiviertelmajorität ist vorhanden, die Rednerliste ist geschlossen. Herr Trietsch 'hat noch einen Antrag gestellt. (Präsident W o 1 f f - söhn meldet sich zur Geschäftsordnung.) Ich erteile Herrn Wolffsohn das Wort zur Geschäftsordnung. Präsident Wolffsohn (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Geehrter Kongreß! Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß der Kongreß bereits einen Tag verloren hat. Wir sollten heute unser Organisationsstatut beraten. Wir haben uns Freitag den ganzen Tag mit verschiedenen Dingen aufgehalten und sind nicht vorwärts gekommen. Für heute war der Bericht über die Emigrationsfrage, das Referat des Herrn Sokolow über die hebräische Sprache und der Bericht über die Frauenorganisation von Frl. Schach angesetzt gewesen. Ich fürchte, daß wir uns heute mit der Emigrationsfrage zu lange aufhalten werden. Dann würden wir einen zweiten Tag für die hebräische Sprache und Frauenorganisation und einen dritten Tag für Organisationsstatut und Geschäftsordnung benötigen, da der Kongreß in der ersten Sitzung es abgelehnt hat, die neue Geschäftsordnung anzunehmen. Da Sie doch nicht abreisen wollen, ohne die neue Leitung gewählt zu haben, und da wir für die neue Leitung auch die Mittel beschaffen müssen, das Budget und die Finanzmittel, mache ich darauf aufmerksam, wenn Sie in dieser Weise mit Debatten fortfahren, müssen Sie sich darauf einrichten, mindestens bis Freitag abends hier zu bleiben. Wollen Sie hier arbeiten, so müssen Sie die Sachen rasch erledigen, und Sie brauchen keine unnützen Reden hier halten. Ich will nicht beurteilen, was uns nützt und ,was unnütz ist, ich mache Sie nur auf diese Gefahr aufmerksam, der Kongreß wird mitten in seiner Arbeit stecken bleiben. Es sind zu mir eine Reihe von Delegierten, besonders von auswärts, gekommen und haben gesagt, sie verabschieden sich, weil sie nicht länger bleiben können, und wir Tcönnen es so erleben, daß wir im Kongreß ohne Delegierten bleiben. Ich bitte Sie, verzichten Sie auf Generalredner über diese Sachen. Wir werden doch zu keinem Resultate über diese Emigrationsfrage kommen, die so wichtig ist. Sie haben eine Resolution, stimmen Sie darüber ab. Geben Sie nachmittag Herrn Sokolow das Wort zu seinem Referat über die hebräische Sprache. Sorgen Sie dafür, daß Frl. Schach daran-