Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 186)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 186 — die Bank von England wird das natürlich nicht machen, aber unsere Bank kann es machen —, so können Sie sagen, zahlt davon jährlich eine oder zwei Mark als Schekel. Wenn Sie 20 Mark als zu geringfinden sollten, so können Sie ja einen höheren Betrag normieren. Sie. hätten zunächst die iMöglichkeit, für zehn Jahre glatt die Beiträge herauszunehmen, ohne selbst an die Zinsen zu denken. Und wenn Sie dem Herrn Professor Warburg und der Palästinakommission und anderen, auch mir, glauben, daß der Anbau von Oelbäumen in Palästina eine außerordentlich rentable Sache ist, die nach 10 Jahren mindestens 3 Mark per Baum trägt, und wie Herr Auhagen nachweist, durchschnittlich 15. Francs jährlich bringen kann, dann lassen Sie meinetwegen für den Rest, der einkommt, Oelbäume bauen. Und bevor Sie mit der jährlichen Entnahme von einer Mark per Schekel zu Ende sind, haben Sie in Palästina eine Institution geschaffen, die kolonisatorisch gewirkt hat, viele Leute beschäftigt hat, die nicht einen Schekel gibt, sondern das Dreifache und Vielfache. Glauben Sie doch Ihrer eigenen Propaganda, und ziehen Sie die Konsequenzen daraus! Lassen Sie es sich nicht länger gefallen, daß man eine hoch rentable Sache mit Ziffern ausrechnet und dann auf dem Schnorrwege sagt: Gebt uns sechs Mark. Hochrentable Sachen sollten zu Geschäften ausgenützt werden und nicht zum mindesten für Zwecke der Organisation. Meine Damen und Herren! Ich habe Ihnen drei Winke gegeben. Benützen Sie die kürzere Kongreßperiode, die wir im Interesse einer intensiveren Arbeit ohnedies nötig haben. Nehmen Sie endlich dieses Mittel an, Zehntausende zu bewegen, den Schekel durch eine einmalige größere Zahlung abzulösen .... Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich muß Sie unterbrechen, wenn das so weiter geht. Sie haben eine halbe Stunde einen Vortrag über die Finanzfrage gehalten. Entweder Sie kommen zum Schluß über die Finanzfrage, oder ich muß Ihnen das Wort entziehen. (Beifall und Händeklatschen.) Del. Trietsch: Ich habe mich wieder geirrt. Ich hatte geglaubt, es merke jeder, daß ich dem Schlüsse zueile. Ich habe Ihnen mehrere Mittel gezeigt. Innerhalb dieser Mittel haben Sie reichlich die Möglichkeit — das ist die versprochene Erklärung —, auch die geringen Kosten des Emigrationsamtes zu decken, dessen, was uns von Anfang der Bewegung an notgetan hätte. Ich danke Ihnen für die „freundliche Geduld". (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Zischen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es liegt der Antrag vor, die Redezeit der künftigen Redner auf fünf Minuten zu beschränken. (Rufe: Zehn Minuten! — Fünfzehn Minuten!) Wenn Sie die Redezeit auf 15 Minuten beschränken wollen, dann schon lieber gar nicht. Wir haben zwölf Redner bereits auf der Liste, das gibt allein schon drei Stunden. (Zwischenrufe.) Ich lasse jetzt abstimmen, und zwar zunächst über den Antrag auf fünf Minuten. (Lärm.) Ich bitte um Ruhe für die Abstimmung. Wer für die Beschränkung der Redezeit auf fünf Minuten ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist angenommen. Bevor wir fortfahren, habe ich dem geehrten Kongresse einige- Mitteilungen zu machen. Heute 3 Uhr nachmittags findet eine Sitzung des Palästinaausschusses, im Saale des Actions-Comites statt. Thema: Fortsetzung der ökonomischen Fragen. Der Misrachi versammelt sich sofort nach Schluß dieser Sitzung zu einer kurzen Besprechung im Zimmer neben dem Permanenzausschuß.