Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 112)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 112 - „Herrn David Wolffsohn, Basel, von der Hohen Pforte in Konstantinopel. Ich danke Ihnen aufrichtig für die Sympathien, die Sie aus Anlaß der letzten Heimsuchung ausgedrückt haben, und für die großherzige Spende zugunsten der Verunglückten. H a k k i." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Wort hat Herr Dr. Bodenheimer zu seinem Berichte über den Nationalfonds. Dr. Bodenheimer: Sehr geehrte Versammlung! Nach dem Vorgang des letzten Kongresses kann ich mich auch diesmal auf eine kurze Ergänzung des ausführlichen Berichtes beschränken, der Ihnen im Druck überreicht worden ist. Sie werden aus demselben ersehen, daß sich die Sammlungen des Nationalfonds noch immer in einer aufsteigenden Linie bewegen und voriges Jahr die Rekordziffer von über 455 000 M. erreicht haben, obwohl wir zu gleicher Zeit über 100 000 M. für den Genossenschaftsfonds sammelten. Nach dem Ergebnis des ersten Halbjahres ist auch in diesem Jahre mindestens dieselbe Summe zu erwarten. Dieses glänzende Ergebnis unserer Sammeltätigkeit ist nicht allein der Organisation, die wir in allen Teilen der Welt geschaffen haben, zu verdanken, sondern in erster Linie der unermüdlichen Tätigkeit einer großen Anzahl von Gesinnungsgenossen, die ihre Arbeit in den Dienst des Nationalfonds gestellt haben. Es ist hier nicht der Ort, Namen zu nennen, aber ich darf hervorheben, daß unsere Gesinnungsgenossen in Südafrika und in Belgien in Beziehung auf den erzielten Erfolg an der Spitze stehen, da sie prozentual die höchste Ziffer mit einer Mark pro Kopf der jüdischen Bevölkerung erreicht haben. Ganz besonders muß ich aber dann die Opferwilligkeit unserer Freunde in Oesterreich rühmen, welche die Wiener Sammelstelle mit einer nicht genug anzuerkennenden Energie geleitet haben. Auch die russischen Gesinnungsgenossen, welche im Dienste des J. N. F. stehen, haben hiermit ein neues Martyrium des Judenvolkes auf sich genommen. Abgesehen von vielem anderen, was in dieser Geschäftsperiode zur Durchführung gelangt ist, haben wir uns seit dem letzten Kongreß mit den Sammlungen und der Einrichtung der Siedlungsgenossenschaft befaßt und diese Arbeiten zu einem gewissen Abschluß gebracht. Nach den bisher eingegangenen Berichten ist zu erwarten, daß die Hoffnungen, welche wir auf dieses Unternehmen gesetzt haben, alle Aussicht haben, sich zu verwirklichen. Ueber die Art, wie wir unsere Aufgabe der Verwaltung des Nationalfonds auffassen, brauche ich nur auf meine früheren Ausführungen auf dem Haager Kongreß sowie auf dem Kongreß in Hamburg zu verweisen. Ich habe damals Erklärungen über die Arbeit des Nationalfonds abgegeben, die ich heute nur wiederholen könnte. Ich möchte Sie freundlichst bitten, sich mit den Richtlinien, die ich früher gegeben habe, einverstanden zu erklären, und ich glaube, der Beifall, welchen Sie mir beim Erscheinen auf der Tribüne gezollt haben, darf mir einige Hoffnung geben, daß Sie mit der Tätigkeit des Nationalfonds in der verflossenen Periode nicht unzufrieden sind. Vielleicht dürfte es aber dennoch am Platze sein, noch einige kurze Bemerkungen hier anzufügen. Man betrachtet in weiten Kreisen den Nationalfonds als eine philanthropische Gesellschaft, welche verpflichtet ist, überall, wo ein gemeinnütziges Institut in Palästina in Not gerät, einzugreifen. und mit seinen Mitteln zu helfen. Diesem Irrtum muß entschieden entgegengetreten werden. Der Nationalfonds ist, wie schon der Nam* andeutet, ein national-soziales