Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 87)
- Language
- German, English, Hebrew
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M. Tag Donnerstag, 10. August 1911 NACHMITTAGS-SITZUNG Beginn 4 Uhr 20 Minuten. Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich eröffne die Sitzung und erteile Herrn Dr. Rosenblüth zu einigen Mitteilungen das Wort. Dr. Rosenblüth: Ich habe noch mitzuteilen, daß der Verein Kadimari in Odessa und die Synagogengemeinde Lodz ebenso den Zehnten Kongreß in das Goldene Buch eintragen lassen. Die Finanzkommission versammelt sich sofort nach Eröffnung dieser Sitzung im Saale des Großen A. C. in der andern Hälfte des Kongreßhauses. Die Palästinakommission hat sich konstituiert und ihre nächste Sitzung für morgen früh 9 Uhr anberaumt. Die Palästinakommission hat außer den hier gewählten Mitgliedern noch folgende Fachleute ihren Beratungen beizuziehen beschlossen: Dr. Jacobson, Kalwarisky, Holbitz, Wilbusche witsch, Schachtel, Rabinersohn. Vizepräsident Dr. Tschlenow: Wir kommen nun zur Fortsetzung der Debatte. Zu Generalrednern wurden folgende Herren gewählt: Dr. Jacob Thon, Dr. Pasmanik, L. Motzkin und Prof. Dr. W e i z m a n n. Das Wort hat Herr Dr. T h o n. Del. Dr. Jacob Thon (aus Jaffa): Geehrter Kongreß! Ich beabsichtige nicht, die Einzelheiten des Palästinaproblems hier zu besprechen oder auch nur einen Bericht des Palästina-Amtes vorzubringen. Ich behalte mir vor, auf diese Dinge im Palästinaausschusse eingehender zurückzukommen. Hier fühle ich mich nur verpflichtet, auf einige Anfragen zu antworten und einige Bemerkungen daran zu knüpfen, um ungenaue Darstellungen zu berichtigen. Herr Kaplansky-Kaplan hat wegen der Streiks in Kinereth und im Bezalel einen Vorwurf erhoben. Ich kann hier nicht auf die Details dieser Angelegenheiten eingehen. Ich glaube, sie sind auch nicht von solcher Wichtigkeit, daß sie von der Kongreßtribüne aus behandelt werden müßten. Jedenfalls kann ich sagen, — und ich glaube, auch Herr Kaplansky- Kaplan hat das zugegeben—, daß wir ein gutes Verhältnis zu der Arbeiterschaft anstreben, und — wie ich glaube — auch erreicht haben. Dies geschieht nicht aus irgendwelchen parteipolitischen Erwägungen, sondern aus der klaren Erkenntnis der Wichtigkeit des Arbeiter- Elementes für uns. Wir wissen gerade diese jungen Leute, die nach Palästina kommen und Arbeiter werden wollen und das zionistische Ideal in seiner vollen Reinheit mit sich tragen, zu schätzen. Wir haben Verehrung für diese Leute, die mit ihrem Blute das jüdische Gut beschützen. Wir sind bestrebt, dazu beizutragen, daß die Arbeiterschaft stark, einheitlich und gut organisiert sei, denn je stärker sie ist, desto