Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 65)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 65 — Glücksohn, Bezalel Jaffe, Buchmil, Dr. M o s s i n s o h n , Swerdlow, Professor Gottheil, Dr. Halpern, Moser, Laster. Ich bitte, diese Liste en bloc anzunehmen. (Beifall.) Es erhebt sich kein Widerspruch, ich nehme daher an, daß die Liste angenommen ist. Ich bemerke hierbei, daß die Kommission selbstverständlich das Recht hat, jeden, den sie als Fachmann für geeignet hält, zu ihren Beratungen zuzuziehen. (Zustimmung.) Weiter hat die Permanenz-Kommission den Auftrag gehabt, einen Finanzausschuß zusammenzustellen. Sie schlägt Ihnen folgende Herren vor: Finzi, Rosoff, Hey mann, Hantke, Pinkus, Schein, Tropp, Harris, Norman Bentwich, Horwich (Chicago), Spitzer, Ludwig B a t o. Ich bitte Sie, diese Liste ebenfalls en bloc anzunehmen. Wenn kein Widerspruch erfolgt (niemand meldet sich), nehme ich die Wahl als vollzogen an. Ich ersuche die beiden gewählten Ausschüsse, sich heute nachmittag zu konstituieren, damit sie sofort mit den Arbeiten beginnen können. Ich erteile nunmehr das Wort Herrn Präsidenten Wolffsohn. Präsident Wolffsohn (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt) : Geehrter Kongreß! Wir befinden uns seit gestern nachmittag in einer Debatte über den Bericht des Actions-Comites. Herr Adolf Böhm als erster Redner hat damit begonnen: „Nachdem Herr Wolffsohn seine Gesundheit in der Bewegung verbraucht hat, will ich diesmal keine Kritik üben/4 Meine Herren! eine solche Kritik verdiene ich nicht; denn das ist die schlimmste Kritik, die man üben kann. (Sehr richtig!) Wenn Sie mich anklagen, wenn Sie mich angreifen, bin ich in der Lage, mich zu verteidigen. Wenn Sie aber sagen, Sie wollen keine Kritik üben, weil ich krank bin, — meine Damen und Herren, krank bin ich hier (zeigt auf das Herz), aber nicht hier (zeigt auf die Stirn. — Stürmische, sich immer erneuernde Beifallsovationen und Hochrufe.) Es ist mir ferner mitgeteilt worden, daß man mit Rücksicht darauf, daß ich zurücktrete, keine Kritik üben will. Ich will die Herren darauf aufmerksam machen, daß Sie damit für sich selbst ein Urteil sprechen, das auch Sie nicht verdienen. Denn stfnst wird man sagen, daß Sie auf dem vorigen Kongreß nur deswegen Kritik geübt haben, damit ich weggehe. Das wäre unwürdig. (Stürmische Zustimmung.) Im Interesse der Bewegung und in meinem Interesse bitte ich Sie: wenn Fehler in den letzten anderthalb Jahren gemacht worden sind, so bringen Sie sie hier vor, damit diese Fehler nicht wieder gemacht werden. Für die Bewegung ist es ganz gleich, wer an der Spitze steht. Wir werden noch hundert neue Leitungen hoffentlich haben, hier und vielleicht auch Leitungen dort, wo wir hingehören, in Palästina. (Lebh. Beifall und Händeklatschen.) Die Leitungen werden kommen und werden gehen, die Bewegung wird aber bleiben. Ich bitte Sie daher: üben Sie ungezwungen eine Kritik, eine würdige Kritik, die wir verdienen und die für unsere Bewegung gesund ist. (Stürmischer, andauernder und immer erneuter Beifall, Hochrufe und Tücherschwenken.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es scheint, daß ich vorhin nicht genau verstanden worden bin; ich wiederhole daher: Die beiden gewählten Kommissionen versammeln sich unmittelbar nach Schluß der Vormittagssitzung, um sich zu konstituieren. Das Wort hat nun zur Geschäftsordnung Herr Delegierter David K o h n. Del. David Kohn: In Anbetracht des Umstandes, daß ein namhafter Teil der Delegierten nicht in der glücklichen Lage sein dürfte, unsere geliebte hebräische Amtssprache vollkommen zu verstehen, und weil die Redner, die sich zur vollkommenen Beherrschung der hebräischen Sprache emporgeschwungen haben, verdienen, vom ganzen Kongresse vollkommen 5