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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 58

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 58 (sequence 58)
Language
German, English, Hebrew
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— 58 — bestimmten Programm leiten läßt. Nur bei einem festen Programm wird die Arbeit geleistet werden können, die wir erwarten dürfen. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn Sie diese Auffassung von Palästina-Politik mit mir haben, dann werden Sie mit mir den Plan verwerfen, der vor kurzem durch die Presse gegangen ist: Die Einsetzung eines politischen , Comites an einem anderen Orte als am Sitze des E. A. C. Wer wünscht, daß man ein E. A. C. in Berlin und ein politisches Comite in London schafft, der steht nicht auf dem von mir eingenommenen Standpunkte,, sondern der steht auf dem Standpunkte des diplomatischen Zionismus, und das ist ein großer Fehler. Deshalb glaube ich, daß wir die Sache nicht derartig machen können. Entweder ist das politische Comite das E. A. C. und das E. A. C. nur die Inkassostelle für die Schekei oder das politische Comite wird etwa der Beirat werden, den wir vor einigen Jahren beschlossen haben, ohne die Kandidaten hierfür finden zu können. (Sehr richtig!) Ich sehe hier von der Aufstellung eines besonderen Palästina- Programms deswegen ab, weil einmal der Kongreß nicht der Ort ist, hier über Einzelheiten zu sprechen, und zum anderen das Palästinaprogramm, das wir auf zwei Kongressen angenommen haben, meines Erachtens noch immer keine so schlechte Grundlage für die Tätigkeit ist, die wir überhaupt entwickeln können. Nur bedarf die Palästina-Politik noch des Ausbaues nach der Seite der kulturellen Betätigung. Wir können uns nicht darauf beschränken, allein wirtschaftliche Dinge zu machen. Wir müssen uns auch um die jüdische Bevölkerung in Palästina kümmern und ich glaube, daß es notwendig ist, daß dieser Kongreß sich an die Beschlüsse des V. Kongresses erinnert, der die Frage der nationalen Erziehung al& eine der wichtigsten Aufgaben der zionistischen Organisation bezeichnet und es jedem Zionisten zur Pflicht gemacht hat, an dieser Arbeit mitzuwirken. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dieser Beschluß ist niemals aufgehoben worden und ich finde es traurig, eine solche fundamentale Wahrheit wieder ins Gedächtnis zurückrufen zu müssen. Eine Arbeit überhaupt in Palästina oder der Türkei zu leisten, ohne den Versuch der Einwirkung auf die türkischen Juden und die heranwachsende Jugend, heißt ein Gebäude aufrichten, das kein Fundament hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Neben diesen Arbeiten müssen uns Organisation und Propaganda beschäftigen. Die Frage der Organisation tritt natürlich hinter dem ersten Arbeitsgebiet des E. A. C. zurück. Ich bin der letzte, der den Wert einer guten Organisation unterschätzt, aber ich hoffe doch, daß es diesem Kongresse gelingen möge, die Organisationsfragen für einige Zeit aus der Debatte hinauszubringen. (Sehr richtig!) Sehr wichtig ist aber die Propaganda, und doch — so auffällig es auf den ersten Blick klingt, haben wir doch von Anfang an nichts anderes als Propaganda getrieben — ich habe den Eindruck, daß wir auf diesem Gebiete noch sehr zurück sind. Es ist notwendig, die Propaganda mehr zu zentralisieren und einheitlicher zu gestalten. In Ihrer Landesorganisation werden Sie alle die Erfahrung gemacht haben, daß jede Ortsgruppe sagt: „Bei uns liegen die Verhältnisse anders. Wir können das und jenes, was Ihr beschlossen habt, nicht machen, bei uns sind besondere Umstände." Das ist nicht richtig. Propaganda ist überall ohne Unterschied dasselbe, und die Fehler, die in Deutschland gemacht werden, sind ebenso Fehler in Oesterreich, in Rußland und sonstwo. Und deswegen ist es notwendig, daß wir die Propaganda einheitlicher gestalten und daß einer von dem andern lernt. Dann kann es nicht vorkommen, daß man in der einen Landesorgamsation die schönsten Erfolge hat und zwei Meilen von der Grenze ist alles tot, als ob die verschiedenen Länder notwendig getrennte Arbeits-

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