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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 477

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 477 (sequence 477)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 477 — dem Mißstand gelitten, daß seine Kompetenzen und Funktionen nicht genügend abgegrenzt waren, so daß infolgedessen mehrfach Reibungen entstanden sind, Wenn von vornherein aber der Umfang und Inhalt der Befugnisse der einzelnen Dezernenten klargestellt ist, dürfte eine Veranlassung zu solchen Kompetenzstreitigkeiten und Reibungen nur selten gegeben sein. Mit der Frage der Verlegung des Leitung ist diejenige des Burkaus eng verbunden. Man hat zwar die Fragestellung umgekehrt. Das entspricht aber keinem organisatorischen Prinzip. Nicht, wo das Bureau ist, muß die Leitung sein, sondern wo die Spitze der Bewegung ist, dorthin muß das Hauptbureau folgen. In dieser Beziehung muß ich mit aller Entschiedenheit und Klarheit betonen, daß es völlig ausgeschlossen erscheint, den Sitz der Leitung und der Bewegung und das Hauptbureau zu trennen. Fällt der Mantel, so folgt ihm der Herzog nach, heißt es im Fiesko. Fällt der Herzog, so fällt auch der Mantel, so sage ich. Wenn Sie die Leitung in Köln belassen, muß auch das Hauptbureau der Bewegung in Köln bleiben, und wenn Sie die Leitung nach Berlin verlegen, muß das Hauptbureau mit allen seinen Abteilungen nach Berlin verlegt werden. Selbstverständlich müßte dann auch das Hauptbureau des Nationalfonds nach Berlin, und so sehr ich mit allen Fasern meines Herzens durch die Tätigkeit der letzten Jahre mit demselben verwachsen bin, so schwer es umfallen würde, die unternommene Organisationsarbeit für diesen Fonds in andere Hände legen zu müssen, so müßte eben diese Konsequenz gleichfalls gezogen werden, wenn die Verlegung des Sitzes der Leitung nach Berlin im Interesse der Bewegung erforderlich wäre. Ich möchte Sie aber an dieser Stelle auf das nachdrücklichste davor warnen, übereilte Beschlüsse in dieser Richtung zu fassen. Unsere Tätigkeit in den letzten 6 Jahren hat außerordentlich darunter gelitten, daß sich fortwährend andere Personen mit der Führung der Arbeiten beschäftigen mußten, außer unserm Präsidenten Wolffsohn, der jetzt seit nahezu fünf Jahren an der Spitze der Bewegung steht. Die Erfahrung, die man in einer solchen Zeit gewinnt, ist ein sehr beachtenswerter Faktor. Die Verlegung der Leitung und des Sitzes des Hauptbureaus nach Berlin würde eine Unterbrechung wichtiger Arbeiten und das Abbrechen zahlreicher Beziehungen zur Folge haben, ohne daß hierzu eine dringende Notwendigkeit vorhanden wäre. Man hat mir zu Unrecht vorgeworfen, daß ich in meinem Organisationsstatut eine Lanze für die gegenwärtige Führung brechen wollte. Wer da.-5 Statut vorurteilslos prüft, wird eine solche Behauptung nicht aufrecht erhalten können. Mein Entwurf hat meines Erachtens gerade den Vorzug, von jeder Personenfrage abzusehen und es auf die eigenartigen Verhältnisse der zionistischen Bewegung aufzubauen, die sich im Laufe der nächsten Jahrzehnt»* durchaus nicht ändern werden. Aber ich stehe keinen Augenblick an, hier ganz unabhängig von meinem Organisationsstatut offen zu erklären, daß ich es nicht als einen Vorwurf ansehe, wenn man unterstellt, daß ich meine Kraft einsetze, um die Macht der gegenwärtigen Führung zu stützen. Von der gegenwärtigen Leitung weiß ich, was sie will, wie sie arbeitet, in welcher energischen und vorsichtigen Weise sie unsere Bewegung an schwierigen Klippen vorbei, immer vorwärts und aufwärts geleitet hat. Auch unsere Führung hat durch die Tat bewiesen, daß man an der Spitze einer Bewegung, wie es die zionistische ist, in kurzer Zeit ungeheuer viel lernen kann, und mir ist eine Leitung, von der ich die Grenzen ihrer Fähigkeit kenne, tausendmal lieber, als eine neue Komposition, aus deren verworrenen Tönen ich nichts anderes heraushöre, als die Unzufriedenheit mit der Tatsache, daß unsere leichtbeschwingten Hoffnungen dem schwerfälligen Gang der Entwicklung der Dinge weit vorauseilen. Wenn ich nun zur Behandlung der Frage der Föderationen übergehe, so möchte ich vorausschicken, daß ich nicht, wie das von verschiedenen Seiten

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