Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 470 (sequence 470)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 470 — Tischen Öls usw. Bisher hat sich das Syndikat nur an einer Kalksteinfabrik mit einem kleinen Betrage beteiligt; es wird aber, demnächst auch an einem kleinen Versuchsunternehmen chemischer Natur teilnehmen. Von größern Objekten sind die heißen Bäder von Tiberias zu erwähnen, an deren Pachtung durch einen in Tiberias ansässigen Kaufmann sich das Syndikat beteiligt hat. Es bleibt noch die Hebung der wenigen in Palästina vorhandenen mineralischen Schätze. Bisher war dieselbe nicht möglich, da sie dem Sultan oder der Hedjasbahn vorbehalten waren. Jetzt scheint eine Konzession eher denkbar. Für das Palästina-Industriesyndikat sind die Unternehmungen aber viel zu groß, und schon die Vorarbeiten würden den größten Teil des Kapitals des Syndikats verschlingen. Diese größern Konzessionsunternehmungen sollten die Aufgaben unserer Bank bilden, und ebenso die wenigen größern, von Konzessionen abhängigen Transportunternehmungen, die in Palästina noch zu vergeben sind, wie Eisenbahnen, Straßen, Dampfeiiinien sowie andere öffentliche Arbeiten, wie Häfen, Beleuchtungs-, Wasserversorgungs- und Kanalisationsanlagen und vielleicht sogar elektrische Zentralen. Wenn die nächsten Jahre nach dieser Richtung hin nicht voll ausgenutzt werden, so ist die Gelegenheit hierfür dauernd verpaßt, und es ist daheg zu verlangen, daß seitens der Bank die für die Voruntersuchungen nötigen Summen bereitgestellt werden. Plantagengesellschaft in Galiläa Auch bei der Gründung des ersten auf rein geschäftlicher Basis begründeten Plantagenunternehmens hat das Palästinaressort mitgeholfen, wenngleich keine zionistische Institution hierbei materiell interessiert ist. Diese vollkommen private Gesellschaft, deren Anteile 40000 Frs. betragen, hat mit ihrem vorläufig auf 400000 Frs. normierten Kapital ein gut gelegenes, zum großen Teil bewässerbares Landgut in Galiläa erworben, um dort landwirtschaftliche Großkulturen, speziell Baumwollbau, zu betreiben. Die Immobiliengesellschaft Palästina Um auch kleineren Kapitalisten die Möglichkeit zu zeigen, ohne irgendwelches Risiko ihr Geld in Palästina in gewinnbringender Weise zu investieren, ist jetzt eine Immobiliengesellschaft mit Anteilen von 500.— M in Bildung begriffen, welche die schnelle Wertsteigerung des städtischen Grundbesitzes auszunutzen gedenkt. Wenn der Wert dieser rein kapitalistischen Unternehmung an sich für unsere Bewegung auch nur ein geringer ist, so dient das Hereinströmen auswärtigen Kapitals nach Palästina doch sehr dazu, den Kredit des Landes zu heben und das Selbstvertrauen der Bewohner zu erhöhen. Beides aber trägt dazu bei, die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas zu beschleunigen, indem dadurch einerseits ein Anreiz