Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 465 (sequence 465)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 465 — Wenn erst die Bedeutung der Arbeit dieser Gesellschaft bekannt geworden sein wird, so werden zweifellos die Zeichnungen auch schnell zunehmen; es ist dies besonders wichtig, weil erst, wenn mindestens weitere 5000 Aktien voll eingezahlt sein werden, die Hauptaufgabe, der Ankauf von weitern Gütern sowie deren Ameliorierung und Parzellierung an Pächter und Siedler in Angriff genommen werden kann. Auf diesen Moment warten nicht nur die schon ausgebildeten Arbeiter des Gutes, sondern auch zahlreiche Familien in Rußland, Rumänien und Österreich-Ungarn, zum Teil gelernte Ackerbauer. Möge jeder sein Scherflein beitragen, damit diese Leute nicht enttäuscht und des langen Wartens überdrüssig, nach andern Ländern auszuwandern gezwungen sind. Die Sammlungen für die P. L. D. C. betrachten wir als eine der wichtigsten Gegenwartsarbeiten für Palästina. Bezalel Vorzüglich hat sich die Kunstgewerbeschule „Bezalel" in Jerusalem entwickelt, die in der Berichtsperiode das neue schöne Haus, ein Eigentum des Nationalfonds, bezogen hat. Dank der Rührigkeit des Vereins und der Beliebtheit der Institution selbst, hat sieh auch die finanzielle Grundlage derselben, die uns früher recht viel Sorge machte, wesentlich verbessert. Nicht nur haben dazu die reichlichen Unterstützungen der zionistischen Einzelpersonen, Ortsgruppen und Vereine in der ganzen Welt beigetragen, sowie die von ihnen veranstalteten Ausstellungen der in der Schule hergestellten kunstgewerblichen Gegenstände, sondern auch das Aktionskomitee hat diese Institution sehr wesentlich dadurch unterstützt, daß es die Miete für den Verein bezahlt hat. Auch hat das Palästinaamt eine dauernde Kontrolle über die Schule ausgeübt. Daß sich das kunstgewerbliche Niveau der Schule in den zwei Jahren sehr gehoben hat, beweisen die hier in Hamburg in einem Nebensaale des Kongreßgebäudes zur Ausstellung gelangten Erzeugnisse derselben, die orientalischen Knüpfteppiche, Filigranarbeiten, Kupfergegenstände, in Damaskusart inkrustierte Holzarbeiten sowie Holzschnitzereien und Bilderrahmen. Es mag noch besonders erwähnt werden, daß vor kurzem in der Schule der tausendste Teppich fertiggestellt worden ist, womit eine kleine Feier verbunden wurde. Auch eine Kunstkorbflechterei und ein lithographisches Atelier sind der Schule angegliedert worden. Nicht weniger als 170 Personen finden jetzt im Bezalel ihren Unterhalt, von denen im Teppichatelier ca. 60 Mädchen und Frauen, im Filigranatelier ca. 40 jemenitische Juden, die sich vorzüglich hierfür eignen, beschäftigt werden. In der Mal- und Zeichenklasse werden zurzeit 22 Schüler unterrichtet. Im Damaskus- Metallatelier sind ca. 15, im Holzatelier ca. 20, im lithographischen Atelier ca. 5, in der Korbflechterei ca. 6 Leute beschäftigt. 30