Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 403)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Radom 1× ep/2781485
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— 403 — Bemerkenswert ist, daß besonders aus Kaukasien und Mittelasien zahlreiche Gesuche um Entsendung von Agitationsrednern eingingen. In allen diesen Briefen wurde betont, daß hier noch ein großes Feld für die zionistische Arbeit sei. Es bedürfe nur der Entsendung hebräisch sprechender Redner, um hier große Massen für den Zionismus zu gewinnen. Der Zionismus sei in diesen Gebieten latent. Die jüdische Bevölkerung habe ein ausgesprochenes Interesse an Palästina, und zwar, ein Interesse rein praktischer Natur. Ein großer Teil dieser Juden will nämlich gern nach Palästina auswandern und ist daher für zionistische Aufklärungsarbeiten, besonders über die palästinensischen Institutionen, sehr empfänglich. Das Zentralkomitee behandelte diese Gesuche mit großer Aufmerksamkeit. Es steht in Unterhandlungen mit verschiedenen Seiten in Palästina, um von dort aus die für diese Agitation geeigneten Kräfte zu erhalten. In den Rahmen der mündlichen Agitation fallen auch die zahlreichen jüdischen Kunstabende, die an vielen Plätzen veranstaltet wurden. Der agitatorische Erfolg derartiger literarischer und musikalischer Veranstaltungen war im allgemeinen größer und nachhaltiger als der der Agitationsversammlungen. In letzter Zeit hat auch, insbesondere unter dem Einfluß der Umwälzung in der Türkei, die jüdische Jugend, die während der letzten Jahre durch den politischen Kampf dem Zionismus etwas entfremdet war, wieder lebhafteres Interesse für unsere Sache gezeigt. Die Arbeiten der nächsten Zeit werden gerade diesen Punkt besonders beachten müssen. Organisatorisch hat sich imrussischenZionismusinderBerichtszeit wenig geändert. Gemäß den Helsingforser und Haager Beschlüssen wurden an verschiedenen Orten besondere Schekelkomitees eingesetzt, die durchweg gut gearbeitet haben. Indessen erwies es sich an den meisten Plätzen als unmöglich, diese Einrichtung durchzuführen. Allgemeine Delegiertentage konnten wegen der äußern Hemmnisse in der Berichtszeit nicht abgehalten werden. Dagegen wurde eine Reihe von Gouvernementskonferenzen veranstaltet, Einrichtungen; die sich als sehr befruchtend und wirkungsvoll erwiesen. Die erste dieser Konferenzen fand im November 1907 in Kowno statt, und war von 25 Delegierten besucht, die 12 Städte vertraten. Nach dem Vorbilde dieser Konferenz wurden dann noch mehrere andere veranstaltet für die Gouvernements Podolien, Siedice, Poltawa, Radom, Wolhynien, Kiew usw. Diese Konferenzen entsandten regelmäßig lnstruktoren und Organisatoren in die verschiedenen Plätze, die eine ausgedehnte Tätigkeit entfalten konnten. Leider hatte das Zentralkomitee für diese wichtige Seite der Arbeit keine Mittel zur Verfügung. 26*