Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 351)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 351 - Nur wenn wir den Gedankengängen, die hinter den Tatsachen ihre Linien ziehen, folgen, sehen wir, wie es das nationale Ideal ist, durch welches sich die Kraft der Nation zu der unserer Partei in all ihren Verzweigungen gestaltet. Das sei der Zweck dieser allgemeinen Übersicht, die sich mit der Bewegung mit Bezugauf ihren kulturell-politischen Teil beschäftigt und die Verwaltungsformen, die Chronik der Tätigkeit, die faktischen Erscheinungen der Organisation dem darauf folgenden Bericht überläßt und zu diesem sozusagen die Einleitung und die Basis bildet. Betrachtet man den Zionismus an sich selbst, so führt dies zur Untersuchung seiner Leistungen und seines Könnens in Palästina; diese Untersuchung gehört in das Gebiet der praktischen Arbeit. Kommt der Zionismus zur Betrachtung, sofern er die Form hervorbringt, in welcher die Akte der Vorbereitung für dieses Ziel sich darstellen, so kann versucht werden, zum Verständnis dieser Formen durchzudringen als derjenigen, durch welche die Sammlung der Mittel und die Weckung des Geistes bestimmt werden. Ein solcher Versach steht auf dem Boden der Propaganda und der Organisation. Es wird endlich Zionismus als Mittel betrachtet, durch welches unsere Volksgenossen zu mehr oder minder ausgedehnten Einigungen auf Grund gemeinsamer Bestrebungen gelangen. Da der Zionismus nach dieser Seite seines Wesens dem jüdischen Volk auch in Förderung seiner Zwecke in der Diaspora unmeßbar große Dienste leistet, da unsere jetzige jüdische Kulturentwicklung dieser Dienste gar nicht entraten kann, so ist es natürlich, daß auch dieser Teil (Gegenwartsarbeit) der mittelbaren Wirkungen untersucht werden muß. Es kann keine dieser drei Weisen der Betrachtung rein für sich, ohne Verflechtung mit den andern durchgeführt werden. Denn gerade in der gegenseitigen Durchdringung dieser drei Richtungen des Wirkens besteht das Wesen unserer Bewegung. Sofern man nun diese Richtungen nach außen hin ins Auge faßt, scheint es, als seien sie losgelöst und unabhängig vom Ideal. Aber bei genauerer Betrachtung verschwindet dieser Schein ihres gesonderten Daseins, und es erweist sich, daß auch die kleinsten Werke, die wir schaffen, zu Trägern unseres Erkennens werden, denn nur dadurch sind wir befähigt, sie zu fühlen als ein Gegenständliches, welches uns angehört. Auf der formbestimmten Festigkeit dieser Dinge beruht die Möglichkeit, daß die Mitglieder unserer Partei sich in ihrem Vorstellen und Denken zusammenfinden, und daß anerkannt werde der Begriff der zionistischen Tätigkeit als ein für das jüdische Volk geltender. Durch die Begeisterung der Einzelnen werden Mittel geschaffen, und infolge dieses Zusammenwirkens wird die Seele des Volkes