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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 342

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 342 (sequence 342)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3372-3479513
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— 342 — Ich unterbreche nun die Sitzung auf eine halbe Stunde. (Die Sitzung wird nunmehr um 3/4 12 Uhr unterbrochen. — Wiederaufnahme derselben um Va 2 Uhr morgens.) Es wurde mir berichtet, daß sich die Galerie wieder sehr lebhaft für die Verhandlungen interessiert und ihrem Interesse durch Beifallskundgebungen Ausdruck gibt. Ich mache wiederholt aufmerksam, daß uns daran liegt, die Stimmung des Kongresses kennen zu lernen, daß wir daher dringend bitten müssen, auf der Galerie jede Kundgebung zu unterlassen. Es ist mir sodann gesagt worden, daß hier auf der Präsidialtribüne — und deshalb habe ich den Wunsch ausgesprochen, daß diejenigen, die nicht zum Präsidialbureau gehören, ihre Delegiertenplätze einnehmen mögen — durch lebhafte Gebärden Einfluß auf die Abstimmung genommen wurde. Vielleicht war dies nur eine optische Täuschung; es soll aber nicht vorkommen. Ich gebe nun das Wort dem Herrn Präsidenten des A. C. Präsident Wolffsohii: Geehrter Kongreß! Es ist mir wirklich peinlich, und ich finde kaum die nötigen Worte, um das zu wiederholen, was ich bereits gesagt habe. Ich kann nur dasselbe sagen, höchstens mit andern Worten. Ich habe jetzt im Permanenzausschuß mit verschiedenen Freunden, die durch ihre Tätigkeit für den Zionismus einen großen Einfluß besitzen, gesprochen und sie dringend gebeten, meinen Wunsch, den sie mir bisher nicht erfüllt haben, was nur dazu geführt hat, daß wir jetzt einige Stunden verloren haben, nunmehr zu erfüllen, indem sie den Beschluß von vorhin wieder rückgängig machen. Ich sehe kein anderes Mittel, als daß die Beschlüsse des Permanenzausschusses, die er nach fünftägiger Beratung gefaßt hat, angenommen werden. Es ist zwar noch nie, jedenfalls nur selten, auf unserm Kongreß vorgekommen, daß ein Beschluß nach kurzer Zeit wieder aufgehoben werden muß. Aber es ist besser, wenn man einen Irrtum gleich wieder gut macht, als wenn man eigensinnig darauf besteht; und da ich sicher weiß, daß die Delegierten, die vorhin für die Aufrechterhaltung des Satzes gestimmt haben, wenigstens viele von ihnen, in ihrem Eifer geglaubt haben, mir damit einen großen Gefallen zu erweisen, — ich bin ihnen dankbar dafür, aber ich werde ihnen noch viel dankbarer sein, und ich hoffe, sie werden mir diesen Dienst erweisen, wenn sie jetzt für den Antrag stimmen, den ich hier stelle: Ich stelle den Antrag, den Passus, daß der Präsident von dem Kongreß gewählt wird, in unserm Organisationsstatut zu streichen. Ich bitte Sie dringend, dafür zu stimmen. Ich kenne keinen andern Ausweg. Delegierter Dr. Heinrich Loewe: Ich habe die Erklärung abzugeben, daß die durch mich vertretenen vereinigten Landsmannschaften die Absicht haben, sich der Abstimmung zu enthalten. Vizepräsident Dr. Bodenheimer; Ich nehme die Einmütigkeit des Kongresses dahin an, daß wir, obwohl vorhin ein Beschluß gefaßt worden ist, über den Antrag des Präsidenten von neuem abstimmen. Wir stimmen also über die Frage ab, ob der Passus aus dem alten Statut gestrichen werden soll, wonach die Wahl des Präsidenten vom Kongresse zu erfolgen hat. Wer für die Streichung dieses Absatzes ist, bitte ich, die Hand zu erlieben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Diese erfolgt.) Der An trag ist angenommen. Es ist demnach der Paragraph 23 des Organisationsstatutes, wie ihn der Permanenzausschuß vorgeschlagen hat, vom Kongresse angenommen. Ich gebe nunmehr dem Herrn Assessor Dr. Friedemann das Wort. Delegierter Dr. Friedeinann: Die Vereinigten Landsmannschaften haben beschlossen, sich auch an den Abstimmungen über die Wahlen nicht zu beteiligen. Wir erklären aber ausdrücklich, daß wir zu der Person des Herrn Professors Warburg das unbegrenzteste Vertrauen haben, und daß wir hoffen, daß seine Mitarbeit der Bewegung erhalten bleiben wird, wie bisher. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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