Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 197)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 197 — .■sumpf img oben, sinkende Industrie. Drum gibt es für uns als Hauptziel, dem unsere Arbeit geweiht sein soll, nur eins: die Schaffung freier Bauern. Dann kommt die Industrie nach; nicht als wenn ich etwas dagegen hätte, wenn heute schon von dem flottierenden Material, das auf der Wanderung begriffen ist zwischen dem alten stiefväterlichen und dem neuen sehnsüchtig gewünschten Vaterlande, hier und da eine Industrie begründet würde, die man mit Export oder etwas anderm über Wasser hält, bis die agrarische Grundlage geschaffen ist. Ich habe nichts dagegen, sowie ich auch ehrlich mitgearbeitet habe an allen Dingen, die außerhalb meiner Pläne liegen, und weiter arbeiten werde. Wenn wir aber fragen, was das wichtigste sein soll, wenn wir uns ein Ziel setzen, ohne welches unsere Bewegung niemals Erfolg haben wird, ohne das unsere Bewegung im Sande versickern wird wie eine Rachmones-Angelegenheit, dann heißt-das für uns: Bauern schaffen! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wie wir die Bauern schaffen, auf welche Weise, das ist gleichgültig. Ich komme nicht und sage: prenez mon Ours, wie auf dem Jahrmarkt, nehmen Sie meinen Bären! Nehmen Sie meinetwegen den Bären der andern, aber verfolgen Sie mit Kraft und Energie das eine Ziel: eine agrarische ■Grundlage zu legen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen). Nun habe ich einen Plan entworfen. Er stammt nicht direkt von mir, sondern er stammt in seinen Grundlagen von der Schule, die von Adam S mit Ii gegründet wurde. Diese Grundlage wurde von Carey, dem amerikanischen Schutzzöllner, weiter fortgeführt und von seinem deutschen Schüler Eugen Dühring weiter ausgestaltet, und schließlich habe ich selbst daran angefügt. Ich spreche vielleicht als einziger Mann in der Welt, der diese Dinge in jahrzehntelanger Arbeit bis in den Grund hinein durchgeforscht hat. Ich bin vielleicht der einzige lebende Kenner dieses Spezialgebiets, Es ist das keine Eitelkeit. Warum soll ein einzelner Mensch nicht ein kleines Gebiet besser kennen als ein anderer? Wenn ich Ihnen meinen Vorschlag nach sieben Jahren ebenso wieder •empfehle, so habe ich einen leidlichen wissenschaftlichen Namen zu riskieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und so kann ich von Ihnen verlangen, abgesehen davon, daß mir Zusagen nach dieser Eichtling gemacht wurden, daß Sie Ihrem Berater und Vertrauten, den Sie berufen haben, die Mittel geben, seinen ersten Versuch durchzuführen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Der Plan, den ich Ihnen entworfen habe, scheint mir sehr bedeutende Vorteile zu haben, Vorteile, die es mir unwahrscheinlich erscheinen lassen, daß irgendeine große Aktion, die wesentlich von meinem Vorschlag verschieden ist, überhaupt durchgeführt werden könnte. Dieser Vorschlag ist in aller Kürze folgender: Ich will den bekannten Umweg nehmen, der am nächsten zum Ziel führt. Ich will die bäuerlichen Kleinbetriebe auf dem Umwege über den Großbetrieb schaffen, und will die Genossenschaft auf dem Umwege über die Gewinnbeteiligung herbeiführen. Ein Großbetrieb, der seine Arbeiter am Gewinn beteiligt, das ist der Anfang dessen, was ich Ihnen vorschlage. Mir erscheint die Klippenreihe, die zum Ziele führt, zu steil und gefährlich., als daß ich sie von der Front angreifen möchte. Ich will sie auf einem bequemeren Wege umgehen, um die Bewegung möglichst von jeder Gefahr fernzuhalten. Ks soll