Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 184)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 184 — habt, kein Geld, so sag^e icli Euch, wenn Ihr die Lage in Erez-Jisroel kennen würdet, so würdet Ihr Geld haben. Tausende sind mit viel Kapital gekommen, aber man hat nichts organisiert, und sie sind wieder zurückgegangen. Der Redner kündigt schließlich eine Resolution an, die Leitung nach Palästina zu verlegen, und zwar durch Bildung eines Palästinarats von Palästinensern, in dem die Direktoren der Institute sitzen, und an deren Spitze ein oder zwei Mitglieder des E. A. C. Delegierter Blitz (Dessau): Hoher Kongreß! Ich habe Ihnen zuerst im Namen meiner Ortsgruppe mitzuteilen, daß sie 100 Bäume für die Ölbaumspende gewidmet hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ferner habe ich mitzuteilen, daß die Ortsgruppe mich beauftragt hat, 300 Ji als Zuschuß zur Stiftung der Hamburger Gruppe für arme Studenten in Palästina beizutragen. (Erneuter lebhafter Beifall.) Ich habe ferner den Auftrag, Ihnen zu sagen, daß die Baronin-Cohn-Oppenheim-Stiftung in Dessau als unparteiische Stiftung sich entschlossen hat, eine beträchtliche Summe auf Jahre hinaus, — die Summe darf ich noch nicht nennen, — für Kolonisation in Palästina zu bewilligen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und nun hoher Kongreß, zur Debatte über die Palästinaarbeit. Als ich in frühern Kongressen die Berichte über die Palästinaarbeit hörte und vernahm, was dort geschah, schwoll mir das Herz, und ich ging hinaus und erzählte überall im Lande, was wir fertig gebracht haben. Herr Prof. Warburg, so erzählte ich, habe es gesagt. Ich fuhr überall zu allen Leuten und erzählte es, und es schien mir, als ob wir schon in Palästina den Tisch gedeckt hätten, um dort zu essen. Als ich aber nach Palästina kam, da wurde ich aus einem Saulus ein Paulus. Ich habe dort den Unterschied zwischen Theorie und Praxis gesehen. Ich habe gesehen, daß das, was wir dort geschaffen haben, winzig kleine Möbelstücke sind, die man nicht hätte früher schaffen sollen, bevor man das Haus hat, um die Gegenstände hineinzustellen. Ich werde mich nicht übei" alle Institutionen äußern können. Aber ich will nur eine nennen: die Olbaumspende. Dieselbe war ein großer Gedanke des Kongresses; denn könnenwir in Palästina auch nicht Dörfer gründen, so können wir wenigstens Bäume pflanzen. Das ist ein unerschöpflicher Quell des Landes, und Aver dorthin kommt, freut sich, daß er wenigstens schattige Bäume vorfindet. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn man die Bäume mit den schönen Früchten sieht, hat man seine Freude daran, und auch Herr Co wen aus London möchte Appetit bekommen, solche Früchte zu essen. (Lebhafte Heiterkeit.) Ich habe allerdings erfahren, daß man die Absicht hat, weitere Bäume zu pflanzen; es sollen schon 2000 Bäume gepflanzt sein. Aber ich sage, man hätte weiter gehen können. Es waren Leute aus Lemberg in Palästina, die gefragt haben: Wo sind die Bäume des Herzhvalds? Ich mache den Vorwurf, daß man die Sache nicht gefördert hat. Wem soll ich aber den Vorwurf machen? Etwa Herrn Prof. War bürg? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur so viel, daß manchmal einer arbeiten will und man läßt ihn nicht arbeiten. Meine Damen und Herren! In unserer Palästinaarbeit ist eine Hemmung eingetreten, und wissen Sie, warum? Hören Sie! Es ist noch nie in einem Parlamente vorgekommen, daß zwei Minister sich gegenseitig angegriffen haben. Wenn bei uns zwei Leiter der Palästinaarbeit sich kleine Vorwürfe mächen, dann ist etwas faul im Staate Dänemark! Unsere Aufgabe ist es, die Palästinaarbeit zu fördern; denn diese setzt erst aller Politik die Krone auf. (Beifall und Händeklatschen.) In Palästina wartet jede Frau und jeder Mann auf Fortsetzung der Kolonisation. Wir aber zögern solange, bis es zu spät sein wird. (Beifall.) Ich bin nur ein kleiner Mann, aber als Mann der Arbeit werde ich keine Phrasen machen, sondern will Ihnen sagen, wie ich glaube, daß man dort arbeiten kann. Ich habe mich mit den Leuten in Palästina in Verbindung gesetzt, und kann demgemäß aus Erfahrung sagen, daß kein Mensch etwas