Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 170)
- Language
- German, English, Hebrew
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III. TAG Dienstag, 28. Dezember 1909 NACHMITTAGS-SITZUNG BEGINN 3!/2 Uhr Präsident Dr. Nordau: Die Sitzung ist eröffnet. Ich bitte die Herren Delegierten, ihre Plätze einnehmen zu wollen. An eingelaufenen Telegrammen, deren Zahl sich bisher auf einige hundert belauft und die Ihnen unmöglich sämtlich mitgeteilt werden können, weil dies zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde; deren Liste und wesentlicher Inhalt aber übrigens im Protokolle veröffentlicht werden wird, möchte ich nur einige von besonderem Interesse hervorheben. Uber 30 Telegramme von Poale Zion- Organisationen in beiden Welten sind eingelaufen, die dein Kongresse anheimgeben, der Siedlungsgenossenscbaft auf Grund der Oppenheimersehen Pläne seine ganz besondere Unterstützung zuteil werden zu lassen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die Zahl und der Wortlaut dieser Telegramme legen die Vermutung nahe, daß es sich um eine systematische Massenkundgebung des Arbeiterelementes im Zionismus handelt, die also auf unsere besondere Beachtung Anspruch hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ein anderes, sein* interessantes Telegramm rührt von dem Dumamitgliede Nisselowitsch her, einem der beiden Vertreter der jüdischen Interessen in der russischen Reichsduma. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Herr Nisselo witsch drahtet (liest): „Glück auf, Brüder, aus allen Ländern, bei gemeinsamer Arbeit für Israel! Mich kümmert die Farbe nicht, den Bruder finde ich überall. Als unparteiischer Jude opfere ich 300 Mark dem Nationalfonds. Dumamitglied Nisselowitsch". (Erneuter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir treten nunmehr in die ordentliche Tagesordnung ein, und ich erteile Herrn Professor War bürg das Wort zu seinem Bericht über die Ölbaumspende. Bericht über die Olbaumspende Berichterstatter Professor Warburg (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Die Ölbaumspende verdankt ihr Entstehen dem Vorschlag der Kommission zur Erforschung Palästinas, der in ihrem Organ vAltneuland u. vom März 1904 veröffentlicht wurde. Der Vorschlag gipfelte im wesentlichen in Folgendem: Das Land Palästina, das die Urheimat des Ölbaums ist, soll von neuem mit Ölbäumen aufgeforstet werden, und der Reinertrag der anzulegenden Pflanzungen soll zur Schaffung neuer und zur Unterhaltung bereits bestehender kultureller Institutionen verwendet werden. Dieser Vorschlag fand von vornherein viele Freunde, deren Zahl in Deutschland ganz besonders groß wurde. Die eigentliche Entwicklung der Ölbaum-