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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 125

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 125 (sequence 125)
Language
German, English, Hebrew
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— 125 — sich darauf berufen, daß keiner von ihnen dem Tone und Inhalt der Rede Pasmaniks entgegengetreten ist. Ich muß mich persönlich gegen diese Deutung verwahren und ausdrücklich erklären, daß ich keinerlei Gemeinschaft mit der Art habe, wie .Dr. Pasmanik seine Angriffe gegen das Präsidium gerichtet hat. (Lebhafter Beifall.) Ich betone ausdrücklich, daß ich mich bemüht habe, in meinen Ausführungen den rein sachlichen Ton einzuhalten, ich glaube aber, daß dies auch bei den meisten anderen Rednern der Fall gewesen ist. Delegierter Dr. Klausner (zu einer persönlichen Bemerkung): Herr Wolffsohn hat in seiner Rede gesagt, ich habe Herzl einen Lügner oder Schwindler genannt; ich will das berichtigen. Die Sachlage ist so: Zur Zeit der Uganda-Affäre habe ich in einem Aufsatze, da ich einer der extremsten Gegner der ganzen Uganda-Affäre gewesen bin, folgendes gesagt: Es gibt Politiker, die der Politik halber, wenn sie der Sache zu nützen glauben, nicht so skrupulös sind wie andere. So hat z. B. Bismarck einmal im Parlament, als man ihn beschuldigte, er habe gelogen und betrogen, gesagt: Jawohl, ich habe gelogen und betrogen, aber niemals für mich, immer für Deutschland. Dieses Wort habe ich auch auf Herzl angewendet; ich habe gesagt, Herzl hat alles für den Zionismus getan, für den Zionismus hat er durch seinen Sekretär sagen lassen, daß die englische Regierung den Uganda-Vorschlag deshalb zurückgezogen habe, weil sich die russischen Zionisten dagegen erklärt haben. Das war aber nicht der Fall, wie sich später herausstellte. Sie sehen also, wenn man einen mit Bismarck vergleicht, so ist das nicht dasselbe, wie wenn man einen einen Lügner und Betrüger nennt. Es ist etwas anderes, wrenn man sagt: Einer hat alles für Deutschland, resp. für den Zionismus getan, und wenn man sagt, er sei ein Lügner oder Schwindler. Wenn man dies gegen mich als Beweis anführt, als wollte ich die Leitung mit unehrlichen Waffen bekämpfen, so sage ich, das ist Mangel an Verständnis für oppositionelle Kritik, die zuweilen persönlich erscheinen muß. Ich bin mir meiner Sache bewußt. Wenn, der „Haschiloach" den offiziellen Zionismus bekämpft hat, so geschah dies, wreil er einen reinem und bessern Zionismus erstrebt hat, und wenn jetzt Herr Wolffsohn sich selbst für einen praktischen Zionisten erklären mußte, so ist das nicht in letzter Linie das Verdienst des „Haschiloachb. Delegierter Dr. Max Rosenfeld: Geehrter Kongreß! Es war der Fraktion, der ich anzugehören die Ehre habe, nicht die Möglichkeit gegeben, in der Debatte über den Bericht des A. C. ein Wort der Kritik zu sagen. Die Redner contra haben es für richtig befunden, die Vertreter der jüdischen Arbeiterschaft nicht zu Worte kommen zu lassen. Ich erkläre im Namen und im Auftrage der Fraktion des jüdisch-sozialistischen Arbeiterverbandes Poale-Zion, daß war auf Grund des vorgelegten Berichts, der nichts über die Arbeiterfrage enthält, dem E. A. C kein Vertrauen votieren können. Wir legen einen energischen Protest ein gegen den Besuch des Präsidenten der Organisation bei der Organisation der Oktoberpogrome (Präsident Wolffsohn : Schluß! Schluß! Wort entziehen! — Große Unruhe) und verwahren uns gegen eine solche Erniedrigung der Würde der Organisation. (Lebhafte Schlußrufe.) Ich erkläre im Namen meiner Fraktion . . . Präsident Dr. Bodenheimer (nachdem derselbe den Redner verschiedene Male zur Sache gerufen): Ich entziehe Ihnen das Wort. Delegierter Keßler: Geehrter Kongreß! Im Auftrage der südafrikanischen Landsmannschaft, die mich nicht zum Reden hierher geschickt, die aber reale Arbeit geleistet hat, habe ich unserm Führer Wolffsohn und dem E. A. C. für die während der letzten Jahre geleistete Arbeit den wärmsten Dank auszusprechen und den Antrag zu stellen, der Kongreß möge ihm Entlastung und Vertrauen aussprechen. Ich beantrage:

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