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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 123

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 123 (sequence 123)
Language
German, English, Hebrew
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sprochen habe. Im übrigen glaube ich, geehrter Kongreß, man hat heute den ganzen Tag sich viel zu viel mit meiner Person beschäftigt. Ich bin nur ein Mitarbeiter und habe ebensowenig wie Dr. Tschlenow nach Ämtern gesucht. Sie haben mir das Amt auferlegt, und ich habe dasselbe, so gut ich konnte, bis jetzt verwaltet. Und wenn ich jetzt erkläre, daß es mir unter diesen Umständen nicht mehr möglich ist, dieses Amt weiter zu verwalten, so müssen Sie es mir glauben. Ich habe das feste Zutrauen zum Kongreß und zu Ihnen allen, daß Sie den richtigen Weg finden werden. Bei dem Punkte: Organisation werden wir noch darüber sprechen. (Stürmischer langanhaltender Beifall, Händeklatschen und Hochrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Bevor ich nunmehr dem Herrn Keßler das Wort zu einem Antrag gebe, der zur Abstimmung des Kongresses gebracht werden soll, möchte ich eine kurze Bemerkung an Sie richten. Ich werde eben ciarauf aufmerksam gemacht, daß sich die Galerie an den Verhandlungen des Kongresses in lebhafter Weise durch Beifallskundgebungen beteiligt. Es liegt gewiß in unserem Interesse und es ist für uns eine große Freude, wenn wir eine freundlich gesinnte Galerie auf dem Kongreß haben. Aber es liegt im Interesse der Delegierten, die wahre Stimmung des Kongresses kennen zu lernen und nicht diejenige der Galerie. (Sehr richtig!) Ich möchte deshalb die Damen und Herren auf der Galerie ganz freundlichst ersuchen, sich von jetzt ab jeder Beifalls- oder Mißfallenskundgebung enthalten zu wollen. Sodann bitte ich die Ordner, dafür zu sorgen, daß der Mittelgang freigestellt wird. Die Herren Delegierten bitte ich, auf den Plätzen freundlichst Platz-zu nehmen. Die Gäste, die sich vielleicht durch einen Irrtum der Ordner hier im Saale befinden sollten, bitte ich, sich an die Seiten zu begeben. Das Wort hat zunächst zu einer persönlichen Bemerkung und tatsächlichen Berichtigung Herr Dr. Isidor M arguIi es. Delegierter Dr. Isidor Margulie»: Hoher Kongreß! Ich bitte zu entschuldigen, wenn ich in diesem Augenblick noch für einige Minuten die Aufmerksamkeit des hohen Kongresses zu einer tatsächlichen Berichtigung in Anspruch nehme. Ich bringe dieselbe4 als Präsident der westösterreichischen Landsmannschaft vor, der es nicht möglich war, ihren Standpunkt in der Generaldebatte zur Geltung zu bringen. Aus diesem Grunde bin ich gezwungen, im Rahmen einer ganz kurzem tatsächlichen Berichtigung, und zwar zu meiner Freude genötigt, — denn ich glaube, es wird sowohl dem A. C. wie der Landsmannschaft und dem Kongreß angenehm sein, daß ich in der Lage bin, einiges zu berichtigen, was der geehrte Präsident des A. C. in bezug auf Österreich in seiner Kode vorgebracht hat, — nachstehendes zu erklären: Es ist ein Irrtum, wenn der Herr Präsident gemeint hat, daß die österreichische Landsmannschaft am letzten Kongreß fast geschlossen gegen ihn gestimmt hat. Was die Avestösterreichische Landsmannschaft betrifft, für die ich zu sprechen die Ehre hatte, konstatiere ich, daß höchstens 2 bis 3 Stimmen von hier gegen seine Wahl abgegeben wurden. (Ruf: 1 oder *2U Es ist ferner unrichtig, daß wir mit Rußland irgendein Kompromiß geschlossen hätten. Ich berichtige ferner mit ganz besonderer Freude, daß es ein Irrtum ist, wenn der Herr Präsident meint, daß Osterreich ihm feindlich gesinnt ist. Tch bin in der Lage, das Gegenteil auf folgende Weise nachzuweisen: Bevor noch der Herr Präsident seine Rede gehalten hat, wurde heute früh in der österreichischen Landsmannschaft der einstimmige Beschluß gefaßt, in erster

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