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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 90

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 90 (sequence 90)
Language
German, English, Hebrew
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— 90 — angegriffen bin. Es sind zwei Vorwürfe gegen mich erhoben worden, Herr Präsident, und ich bedaure sehr, daß meine Persönlichkeit, die so klein ist, in diese Sache hineingetragen wurde. Aber daran bin ich nicht schuld. Es wurde gegen mich der Vorwurf erhoben, daß ich als Direktor der Bank gegen Kongreßbeschlüsse gearbeitet und gesprochen habe. (Sehr richtig!) Mit Ihrer Erlaubnis, Herr Präsident, werde ich den Beschluß des VIII. Kongresses über die Abänderung der Bankstatuten verlesen. Er befindet sich in dem offiziellen Protokoll, und ich kann kontrolliert werden, (liest): „Der Kongreß steht nach wie vor auf dem Standpunkte, daß das Memorandum nach dem Beschlüsse des III. Kongresses geändert werden soll, insofern diese Änderung durchzuführen ist, ohne die Interessen des J. C. T. zu schädigen. Für alle Fälle soll das E, A. C. durch Ergänzung der Statuten dafür Vorsorge treffen, daß der J. C. T. nirgends in der ganzen Welt, mit Ausnahme von Palästina. Syrien und den Nachbarländern, kolonisatorische Tätigkeit pflegen darf. Die endgültige Entscheidung über die Fortsetzung des Prozeßverfahrens überläßt der Kongreß dein E. A. C. und einer vom Kongreß gewählten Kommission von drei Fachleuten." Herr Präsident, der Kongreß hat nicht glatt die Abänderung der Statuten beschlossen. Der Kongreß hat die Bedingung in die allererste Reihe gestellt, daß die Änderung stattfinden soll, insofern sie durchzuführen ist, ohne -die Interessen des J. C. T. zu schädigen, und am Ende wurde gesagt, die endgültige Entscheidung ist dem E. A. C. zu überlassen, unter Zuziehung einer vom Kongreß gewählten Kommission von drei Mitgliedern. Ich glaube, daß sich die Teilnehmer am VIIT.Kongreß erinnern werden, daß dieser Beschluß allgemein betrachtet war als formeller Modus, um unsere Prozeßsache zu-begraben. Das war die allgemeine Stimme im Kongreß, und dies wurde überall erörtert. Anstatt aber unsern Prozeß in einer mehr oder weniger respektabel« Form zu begraben, haben wir denselben geführt, ohne zuerst bei den Direktoren des J. C. T. anzufragen, die doch etwas davon wissen, ob der Prozeß wirklich die Interessen des J. C. T. schädigt oder nicht. Es sind einige Direktoren des J. C. T. anwesend. Kein einziger von uns wurde gefragt, ob dieser Prozeß nach unserer Meinung uns und unsere Bank schädigen kann. Das war doch die Pflicht des E. A. C. Es hat sich aber nicht darum gekümmert. Es war die weitere Pflicht des E. A. C, diese endgültige Entscheidung noch rechtzeitig zu treffen und öffentlich bekannt zu geben. Dies ist aber, soviel ich weiß, bis heute noch nicht geschehen. Die Sache ist sozusagen vorschleppt worden, ohne daß die zionistische Welt, ohne daß die Direktoren der Bank oder irgend jemand gewußt hat, was wirklieh zu tun ist, und ich stehe hier, Herr Präsident, und sage mit der festesten Überzeugung, daß dieser Prozeß unsere Bank geschädigt hat. Ich war immer der Meinung, daß ein solcher Prozeß unsere Bank schädigen kann. Und heute, beinahe zwei Jahre, nachdem der Prozeß geführt ist, macht man von der Tribüne herab mir Vorwürfe, nachdem der englische Richter, — und wer die englischen Richter kennt, wird nicht glauben, daß ich einen Richter bestechen oder die Gerechtigkeit auf meine Seite ziehen kann, wenn die Gerechtigkeit auf einer andern Seite ist, — nachdem also der Richter gegen uns und gegen die Bank entschieden hat. Wir haben dafür 1800 englische Pfund bezahlt. Das sind 1800 goldene Gründe für mich. Wenn Sie diesen Prozeß nicht geführt hätten, hätten wir diese 1800 englische Pfund. Das sind 36 000 Mark. Das sind ja für uns keine Spielsachen. Wir sind keine so reiche Bewegung. Wir hätten dieses Geld noch in der Tasche und hätten das Bewußtsein Präsident Dr. Nordall (unterbrechend): Ich bitte den Redner, sich auf persönliche Bemerkungen zu beschränken. Delegierter Cowen (fortfahrend): So war der Kongreßbeschluß, und ich glaube nicht, daß ich gegen den Beschluß gearbeitet habe, nachdem ich Ihnen den Beschluß soeben verlesen habe. (Unruhe und Zwischenrufe.) Ich bin

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