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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 14

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German, English, Hebrew
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_ 14 — von nahezu zwei Jahrhunderten in führender Stellung keine unrühmliche Rolle in der Geschichte dieser drei Gemeinden beschieden. Meine Damen und Herren! Die Mitglieder der Verwaltung in ihrer Gesamtheit bekennen sich noch nicht zum Zionismus, die zionistische Idee ist nur in einer Minderheit vertreten. Aber der Vorstand betrachtet es als eine Ehrenpflicht, seiner hohen Achtung und Bewunderung Ausdruck zu geben vor dem Andenken des Mannes, der diesen Kongreß geschaffen (stürmischer Beifall und Händeklatschen im Saale und auf der Galerie, die Versammlung erhebt sich), allen ferner, die ihre beste Kraft der Sache des jüdischen Volkes weihen und die von nah und fern, von allen Teilen der Erde zu dieser Beratung zusammengekommen sind. Er konnte sich die ehrende Anerkennung einer Bewegung nicht versagen, die mit mächtigem Weckruf das jüdische Stammesbewußtsein neubelebt, die Solidarität aller Glieder des jüdischen Volkes von neuem verkündet und bestrebt ist, unserm armen gehetzten Volke Ruhe und Sicherheit zu verschaffen. Der Vorstand handelt darin nur im Sinne einer alten Gemeindetradition. In meiner Heimatgemeinde, m. D. u. E, hat es nie ein Ghetto gegeben, hat es nie an stolzen aufrechten Männern gefehlt, die bei entschiedener Wahrung ihrer Anschauungen und Interessen die Überzeugung Andersdenkender zu achten gewohnt waren und die nur in gegenseitiger Duldung den Frieden und die Wohlfahrt der Gesamtheit gewährleistet sahen. Schutz der Minderheit galt stets als oberstes Gesetz. Und dank diesem Prinzip sind die Stürme, die so manche blühende Gemeinwesen in Deutschland im Verlaufe der letzten 100 Jahre von Grund aus zerstört haben, an ihrem festen Gefüge spurlos vorübergegangen, ist die Tendenz, die der Gemeinde bei ihrer Begründung vor nunmehr 300 Jahren aufgeprägt worden ist, dieselbe geblieben bis auf den heutigen Tag. (Beifall.) Zion und Jerusalem sind nicht aus dem Gebetbuch, nicht aus. dem Gedächtnis des Menschen gestrichen (lebhafter Beifall), sie bilden heute wie ehedem das unsichtbare Band nationaler Zusammengehörigkeit aller Glieder des jüdischen Volkes. Von derselben Gesinnung beseelt, bittet Sie die Gemeinde Wandsbeck, die dritte im Bunde der alten Trias, durch mich den Ausdruck herzlichster Wünsche entgegenzunehmen. Ich habe ferner die Ehre, die Gemeinden Kiel und Lübeck zu vertreten, die es freudig begrüßen, den Kongreß hier in der Nähe veranstaltet zu sehen und an ihm teilnehmen zu können. Der Vorstand der Gemeinde Lübeck läßt Ihnen sagen: „Er erblickt, ganz abgesehen davon, wie sich der einzelne zu der Bewegung stellen mag, in dem Kongresse an und für sich für das Judentum ein bedeutsames Moment, das die größte Auf-

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