Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 380)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 382 — sagte, das Harakiri, und es ist die gewisse Frage, ob mau Heber verbrannt oder gehenkt werden will. Angenehm ist beides nicht. Präs. Wolffsöhn: Herr Dr. Gronemann, ich habe Ihre Ausführungen in dem Sinne aufgefaßt, daß Sie es wohl als Referent für Ihre Pflicht halten, den Paragraphen zu verteidigen, daß Sie aber nicht auf ihm bestehen? Ref. Gronemann: Ich habe hier bloß ein Amt und keine Meinung. (Heiterkeit.) Präs. Wolffsöhn: Wer dafür ist, daß dieser Paragraph, den wir als überflüssig betrachten, fallen gelassen werde, der erhebe die Hand. (Rufe: Er ist ja noch gar nicht angenommen, wir können ihn daher nicht fallen lassen!) Wer also dafür ist, daß wir diesen Paragraphen aus dem Vorschlage der Kommission absetzen, der erhebe die Hand. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe! (Lebhafte andauernde Zwischenrufe. — Großer Lärm.) Es wird mir gesagt, daß die Sache nicht klar sei. Was ist den Herren nicht klar? Es handelt sich darum, einen Paragraphen zu schaffen, der möglichst große Schwierigkeiten der Möglichkeit einer Abänderung unseres § i entgegenbringt. Nun wurde hier die Ansicht vertreten, daß dies überflüssig sei, weil es selbstverständlich ist, daß kein zionistischer Kongreß unser Programm ändern werde. Ich werde also jetzt umgekehrt vorgehen und ersuche jene Herren, welche dafür sind, daß der von der Kommission beantragte § 38 angenommen werde, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe! (Nach Vornahme derselben): § 38 ist angenommen. Nun bitte ich alle jene Herren, welche unser gesamtes Organisationsstatut in seiner Totalität annehmen wollen es werden selbstverständlich alle dafür sein —, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach Vornahme derselben): Das Statut ist einstimmig angenommen. (Lebhafter Beifall.) Ref. Gronemann: Ich habe nun noch über folgenden Antrag zu referieren (liest) : „Antrag: Das engere A. C. wird beauftragt, der nächsten Jahreskonferenz Vorschläge für die Aenderung der Geschäftsordnung der Kongresse zu machen. Die Jahreskonferenz wird beauftragt, über die Aenderung endgültig zu entscheiden." Präs. Wolffsohn: Ist ein Widerspruch gegen diesen Antrag? (Niemand meldef sich.) Angenommen. Ich bitte nun Herrn Dr. Daiches, namens der Kommission für die nationale Erziehung Bericht zu erstatten. Ref. Dr. Daiches: Geehrter Kongreß! Im Namen der Kommission für die Frage der nationalen Erziehung in der Diaspora habe ich die Ehre, Ihnen ganz kurz den folgenden Vorschlag mitzuteilen und Sie zu bitten, denselben einstimmig anzunehmen. Wir haben uns in der heutigen Sitzung auf folgenden Antrag geeinigt" (liest): „Der Kongreß nimmt von den von dem Referenten für die nationale Erziehung in der Diaspora, Herrn Dr. Ehrenpreis, vorgelegten Thesen Kenntnis und ersucht das engere A. C., ein Ressort für die. nationale Erziehung zu schaffen und die dazu nötigen Mittel nach Möglichkeit zu bewilligen. Zu diesem Zwecke soll sich das A. C. mit der heute vom Kongreß gewählten 21er - Kommission m Verbindung setzen." Geehrter Kongreß! Obgleich es sehr spät ist, will ich doch eine Bemerkung machen. Es ist klar und wir alle wissen, daß die Kultur das größte Gut des Menschen ist und daß die jüdische Kultur das höchste Gut