Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 367)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 369 — Selbstverständlich müßten Angelegenheiten diskreter Natur auch diskret behandelt werden, aber die gewöhnlichen Verhandlungen sollten regelmäßig den Landsmannschaften mitgeteilt werden. In England z. B. haben bis jetzt, trotzdem das oft dringend war, die Mitglieder des A. C. absolut niemals einen Bericht darüber erstattet, was auf den Versammlungen des A. C. vorgekommen ist. Was wir erfahren konnten, erfuhren wir durch die Presse, die aber nicht immer zuverlässig ist, und wir müssen daher trachten, das Prinzip durchzusetzen, daß das A. C. verpflichtet sein soll, regelmäßig über seine Verhandlungen den Landsmannschaften Bericht zu erstatten. Del. Schulhoff: Hoher Kongreß! Auch ich habe Ihnen zu § 23 einen Antrag vorzulegen. Es heißt im letzten Absätze dieses Paragraphen: „Das passive Wahlrecht in das A. C. ist von einer dreijährigen ununterbrochenen Schekelzahlung abhängig." Ich bitte diesen Satz zu eliminieren und motiviere dies mit folgendem: Wie Sie alle wissen, ist die Zahl der Schekelzahler, überhaupt unsere Mitgliedschaft zum Zionistenkongresse, eine so geringe, daß wir alle daran denken müssen, uns zu bemühen, weitere Teilnehmer zu gewinnen. Wenn wir nun unsere Agitation fortsetzen und sukzessive kleinere und größere Kreise gewinnen, so ist es sehr leicht möglich, daß man mitunter Personen für unsere Sache gewinnt, die nach ein- oder zweijähriger Mitgliedschaft schon von Ihnen für wert befunden werden,, in das große A. C. gewählt zu werden. Wozu soll sich der Kongreß selbst Grenzen ziehen, welche ihn dann in der freien Wahl behindern könnten? Ich empfehle Ihnen also, diesen Schlußsatz zu streichen. Del. Dr. Marmorek: Meine Damen und Herren! Der Permanenzausschuß hat soeben beschlossen, eine einstündige Pause in seinen Beratungen eintreten zu lassen, um dieselbe zu benützen, damit die russische Landsmannschaft in ihrer Gänze sich über eine wichtige Frage entscheiden könne. Infolgedessen bittet der Permanenzausschuß das Präsidium des Kongresses, auch im Kongresse eine Pause eintreten zu lassen, damit die gesamte russische Landsmannschaft sich sofort im Saale des Permanenzausschusses versammeln könne. Präs. Wolffsohn: Ich habe vom Präsidium aus einen anderen Vorschlag zu machen, der, glaube ich, etwas praktischer sein wird. Wir wollen die Beratungen über die Organisation — sie dürften vielleicht nur noch eine halbe Stunde dauern — beenden und damit für heute abend den Kongreß schließen. (Zustimmung.) Wir wollen die wichtigsten Arbeiten, die Wahlen, und den Schluß des Kongresses nicht überhasten und überstürzen und wollen daher den Rest der Tagesordnung und den Schluß des Kongresses in einer Sitzung, die morgen um 2 Uhr beginnen soll, vornehmen. Ich glaube, wenn die russische Landsmannschaft sich jetzt versammelt — die halben Stunden kennen wir schon —, so wird es viel länger dauern, inzwischen gehen die anderen Mitglieder des Kongresses auseinander und wir können den Rest unserer Arbeit nicht mehr in der Weise vornehmen, wie es der Würde des Kongresses entspricht. (Lebhafte Zustimmung.) So leid , es mir tut, werde ich doch lieber warten und morgen nachmittag die Arbeiten des Kongresses in würdevoller Weise, .wie.-es bei uns bis jetzt immer der Fall gewesen ist, beenden und den Kongreß schließen. Ist der Kongreß damit einverstanden? (Lebhafter Beifall.) Um legal vorzugehen: ist ein Widerspruch vorhanden? "(Allseitige Rufe: Nein!) Dann fahren wir in der Beratung, des Organisationsstatutes fort, und ich bitte die Herren Redner, im Interesse der Sache sich so kurz als.möglich zu fassen. Dann bleibt den Herrschaften Zeit zu ihrer Beratung. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Tschlenow: Es wird vorgeschlagen, daß die Präsidenten der Landesorganisatiönen gleichzeitig auch Mitglieder des großen A. C. sein sollen. Ich hätte nichts dagegen gehabt, daß sie den Sitzungen des großen A. C. zugezogen werden, wobei sie Sitz und Stimme haben sollen, aber sie