Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 354)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 356 — schaltet worden sind. Es ist dies lediglich ein anderer Name. Es wird dies natürlich überall dort, wo im Statut das Wort „Vereine" vorkommt, geschehen, mit Rücksicht darauf, daß in Rußland Vereine Schwierigkeiten haben. Sonst heißt es im § 4 statt: „Landeskomitees" jetzt: „Landesorganisationen". Del. Dr. Wolf (zur Geschäftsordnung): Ich wollte gerade Herrn Dr. Gronemann bitten, jeden Paragraphen, mag er nun geändert sein oder nicht, vorzulesen. Das ist nämlich sehr wichtig. Wir haben zwei Texte vor uns, den alten Text, dann den von Herrn Dr. Hantke vorgeschlagenen und der dritte ist der von der Kommission djurch Herrn Dr. Gronemann vorgelegte. Präs. Wolffsöhn: Wir beschließen doch keine neuen Statuten. Es sind bloß Aenderungen bei einzelnen Paragraphen vorgeschlagen. Die andern Paragraphen sind ja bekannt und liegen den Herren vor. Wir würden mit dem vollständigen Verlesen nur Zeit verlieren. Wenn Sie aber darauf bestehen, dann werde ich den Kongreß befragen. Herr Dr. Wolf beantragt, daß jeder Paragraph, auch wenn er nicht abgeändert wird, vorgelesen werde. Wer dafür ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe! (Nach Vornahme derselben): Der Antrag ist abgelehnt. Del. Schachtel: Es muß im § 4, wenn wir Föderationen einrichten, hinter den Worten „Vereinsdelegiertentag der Landesorganisationen" hinzugefügt werden „oder Föderation". Ref. Gronemann: Das ist eine. redaktionelle Aenderung, der Rechnung getragen werden kann. Wo stilistisch etwas fehlen sollte, wird eine Aenderung immer möglich sein. Präs.: Wer für § 4 mit der Aenderung Schachtel ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Angenommen. Ref. Gronemann: § 5 lautet (liest): „§ 5. Soweit die Gesetze des Landes es gestatten, haben sich die zionistischen Vereine (Komitees der Schekelzahler) zu cdner Landesorganisation zusammenzuschließen." Del. Dr. Bodenheimer: Verehrter Kongreß! Ich habe meinen Antrag zu diesem Paragraphen gestern Ihnen unterbreiten lassen. Sie alle wissen, an welcher großen Geldkalamität unsere Führung leidet; Sie alle wissen auch, daß in dem Jahre, in welchem der Kongreß stattfindet, doppelt soviel Schekel gesammelt werden als in den Jahren, in denen kein Kongreß stattfindet. Woher kommt das? Hauptsächlich daher, daß .im Kongreßjahre von allen Vereinen, von allen Ortsgruppen, von allen Organisationen eine rege Propaganda entfaltet wird, um den Schekel zu sammeln, zu dem Zwecke, um eine genügende Anzahl von Delegierten in den Kongreß entsenden zu können. In den Jahren, in denen kein Kongreß stattfindet, fällt dieser Anreiz zur Sammlung des Schekels weg. Deswegen haben wir die Erfahrung gemacht, daß in diesen Jahren das A. C. Not leidet. Dies ist kein normalei Zustand, und um den normalen Zustand herzustellen, weiß ich im Augenblick kein besseres Mittel, als daß wir den Landesorganisationen -die Pflicht auferlegen, für die Wahl ihrer Delegierten in den Landesdelegiertentag denselben Modus festzulegen, der für die Wahl zu Kongreßdelegierten besteht, nämlich ein Minimum der Anzahl von Schekelzahlern der betreffenden Gruppe. Heute wird dies vielfach so gehandhabt, daß die Vereine nach der Anzahl ihrer Mitglieder berechtigt sind, Delegierte in diese Landestelegiertentage zu entsenden. Dadurch kommt es, daß sich die Vereine keine Mühe geben, Schekel zu sammeln. Wenn aber ein Minimum von Schekelzahlern für die Vereine festgesetzt ist, das sie berechtigt, ihre Delegierten in die Landestelegiertentage ' zu entsenden,' so werden sie sich Mühe geben, auch für die Landesdelegiertentage eine-möglichst große ' Anzahl Schekel aufzubringen.