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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 342

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 342 (sequence 340)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2917-3479057
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— 342 — \ Präs. Wolffsohn: Sie haben das Wort verlangt zu einer kurzen Mitteilung. Del. Dr. Reich: Zu einem Antrage. Präs. Wolffsohn: Das haben Sie mir nicht gesagt. Del. Dr. Reich: Ich glaube, daß wir die Pflicht haben, dem Morris Rosenfeld zu beiweisen, daß wir nicht nur seine Gedichte zitieren, sondern ihm auch mit der Tat dienen. Er spricht in der Sprache unserer Massen. Er schreibt in der Sprache des jüdischen Proletariats, er ist der größte proletarische Dichter und wir sind es dem jüdischen Proletariat schuldig, daß wir uns des Dichters annehmen. (Beifall.) Die zionistische Parteileitung kann sich allerdings nicht dazu hergeben, einzelne nationale Größen, und wenn sie für uns noch so wertvoll sind, aus zionistischen Fonds zu unterstützen, aber wir Zionisten können es, wir Zionisten haben die Pflicht,, dies zu tun. Wir sind hier aus aller Herren Länder versammelt und wir erfüllen nur unsere Pflicht, wenn wir alle hier sofort dazu beitragen, zu beweisen, daß unser Morris Rosenfeld für uns mehr ist als ein Deklamationsobjekt. Und ich bitte Sie, meine Resolution anzunehmen, welche lautet: „Der Kongreß betrachtet es als seine Ehrenpflicht dem nationalen Dichter Morris Rosenfeld gegenüber, dafür zu sorgen, daß er frei von materiellem Kummer seiner Dichtung und seinem Volke weiter leben könne und beauftragt die Landesorganisationen, dieser Ansicht Genüge zu leisten." (BravoI Bravo!) Präs. Wolffsohn: Herr Dr. Reich, Sie haben mir gesagt, Sie werden den Organisationen empfehlen, für Herrn Morris Rosenfeld in diesem Sinne zu wirken und dazu habe ich Ihnen das Wort gegeben. Der Kongreß kann aber über Dinge, die außerhalb der zionistischen Bewegung stehen, keinen Beschluß fassen. Es muß Ihnen genügen, wenn der Kongreß empfiehlt, daß die Zionisten in Ihrem Sinne wirken. Del. Dr. Reich: Mir genügt dies nicht. Wenn aber der Herr Präsident es anders wünscht, möge er so vorgehen. Präs. Wolffsohn: Wenn Sie einen Antrag stellen, werde ich darüber abstimmen lassen. Ich habe Sie aber gebeten, davon abzusehen. Denn der Kongreß kann doch unmöglich solche Resolutionen hier fassen, durch welche die Landsmannschaften in einer Sache irgendwie verpflichtet werden, die außerhalb unserer Bewegung steht. Man kann doch nur in einer solchen Sache einen Wunsch äußern. Del. Feiwel: Geehrter Kongreß! Es wird mir wohl niemand zumuten, daß ich an Morris Rosenfeld nicht dasselbe Interesse' nehme, wie die meisten anderen hier. Aber es heißt, Herr Dr. Reich, nicht dem Dichter helfen, auch nicht ihn ehren, wenn wir hier einen Antrag annehmen, von dem wir wissen, daß er an und für sich bedeutungslos und wertlos ist. Ich schlage Herrn Dr. Reich und allen denen, die ernsthaft an dem Schicksal des Dichters Interesse nehmen, vor, sich nach dem Kongreß zusammenzutun und Maßnahmen darüber zu besprechen, wie sie durch eigene Kraft still und doch wirksam für den Dichter etwas tun können. Den Landesorganisationen Aufträge zu geben, die sie nicht erfüllen, halte ich nicht für zweckmäßig. Präs. Wolffsohn: Sie haben gegen die Resolution im Interesse des Dichters gesprochen?; Del. Feiwel: Ja! Del. Dr. Rabinowitsch: Es ist eine direkte Pflicht der amerikanischen Landsmannschaft. Del. Kaßner: Meine Damen und Herren! Es handelt sich nicht darum, für Herrn Rosenfeld ein Almosen zu sammeln, sondern Sache des Aktionskomitees ist es, sich des Nationaldichters anzunehmen. Wir können der Welt nicht erzählen, daß wir nicht einen Fonds haben, der diesem

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