Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 313)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 315 — werben, wenn wir nicht die Möglichkeit haben, sie in unserem Sinne auszubeuten? Da arbeiten wir eben gerade nur für die anderen. Konzessionserwerbung aber4 ist ganz schön, aber nur parallel mit der nötigen Organisation, die sie zju gebrauchen ermöglicht; Nachdem also dieser Ballast abgestreift war, verschwand auch das Luftschiff des Herrn Dr. Mahler in den höchsten Regionen. Wohl kam ein Luftschiff aus tieferen Regionen, das des Herrn Dr. Weizmann. Er machte gewaltige Anstrengungen, um die oberen Luftschichten zu erreichen, aber es gelang ihm nicht. Bevor er herankam, war Dr.: Marmorete Luftschiff schon in Walhalla eingelaufen. (Lebhafte Heiterkeit.) Wo Dr. Mahlers Luftschiff geblieben ist, kann ich leider nicht sagen. (Erneute lebhafte Heiterkeit.) Ich meine nur, daß zwar in Walhalla Raum ist für* Propheten und für Mahler (lebhafte Heiterkeit), aber bei uns auf der Erde ist es gut, wenn die Propheten in verhältnismäßig geringer Zahl in unsere leider allzu nüchterne und mühselige Arbeit mit ihren befruchtenden Ideen hineinkommen. Ich glaube, die Zukunft wird es lehren, daß es wünschenswert ist, in unserer Beratung für Palästina gelegentlich jemanden zu haben, der weite Perspektiven eröffnet, der die fernen Ziele uns vor, Augen hält; die Hauptsache aber muß darin bestehen, die mühsame kleine Arbeit, die wir nun einmal auf Erden zu verrichten haben, zki tun, Brücken und Wege zu bauen und vor allem die schwierige Frage unserer Finanzen uns klar vorzustellen. Ich meine also: solche allgemeine Diskussionen, wie wir sie gestern gehabt haben, werden wohl immer mehr verschwinden. Es sind die letzten Stücke aus der Rüstkammer jener großen schönen Zeiten des aufkeimenden Zionismus, von denen manche sich ja schwer trennen können, von denen man sich aber trennen muß, will man an die nüchterne Arbeit des Tages gehen. Wir verstehen, welche Wehmut gerade die Herren, die diese Idee vertreten, beschleicht, wir verstehen, daß sie nur schwer davon scheiden, aber ich zweifle nicht, daß auch sie allmählich dazu kommen werden. Bedenken Sie, welche Umwandlung der Zionismus schon nach dieser Richtung erfahren hat. Ich erinnere mich der ersten Zeit des Zionismus, der ich von Anfang an Schekelzahler war, es aber für ausgeschlossen hielt, daß ich je direkt an der Arbeit würde teilnehmen können. Herzl besuchte mich selbst in Berlin. Ich erklärte, wenn es sich 'um praktische Arbeit handeln wird, bin ich dabei. Solange aber mit Ideen operiert wird, kann ich nicht mittun, denn ich bin ein Sterblicher, der an der Erde klebt. (Heiterkeit.) Dann kam die Zeit, wo Herzl Versuche machte. Oppenheimer und ich wurden nach Wien ge-