Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 310)
- Language
- German, English, Hebrew
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VI. TAG Dienstag, 20. August VORM ITTAGS-SITZUNG BEGINN: 10 UHR 25 MINUTEN Präs. Wolffsöhn: Ich eröffne die Sitzung und bitte den Herrn Sekretär Berger, den Einlauf zu verlesen. Sekr. Berger (verliest den Einlauf). Präs. Wolffsohn: Die belgischen Zionisten und einige andere Herren haben 50 Oelbäume zu dem Herzlwald gestiftet. (Lebhafter Beifall.) Die Sammlung zu dem Zwecke, den verstorbenen Moses Zeitlin in das Goldene Buch einzutragen, hat ca. 750 Frcs. ergeben. (Beifall.) Del. Prof. Warburg: Ich habe die Mitteilung zu machen, daß einer unserer englischen Gesinnungsgenossen sich bereit erklärt hat, die letzten 500 Bäume des Herzlwaldes zu stiften, falls bis Ende dieses Jahres die übrigen Bäume sichergestellt sind. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen:) Del. Struck (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Werte Gesinnungsgenossen! Im Anschluß an das hochinteressante, an Anregungen sö reiche Referat von Dr. Schmarjahu Lewin habe ich die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß eine Anzahl hier anwesender misrachistischer Delegierter beschlossen haben, eine Mittelschule in Palästina zu begründen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es sind jetzt bereits für diesen Zweck zirka 3000 Mk. jährlich für die ersten drei Jahre gezeichnet. (Lebhafter Beifall und ^Händeklatschen.) Ihr freundlicher Beifall wird uns anspornen, unermüdlich für die geistige Hebung der Juden in Palästina weiter zu arbeiten. Ich habe nur noch wenige Worte hinzuzufügen: Wenn diejenigen Zionisten, die fest und unerschütterlich auf dem Boden der altüberlieferten Religionssatzungen des Judentums stehen, auch ab un/d zu nicht mit allem einverstanden sein konnten, was von Zionisten gesprochen, getrieben und getan wurde, so benutze ich doch gern die Gelegenheit, hier öffentlich freudig anzuerkennen, daß %die offizielle Leitung des Zionismus immer und ausnahmslos bestrebt war, so zu handeln, wie es diesen Anschauungen entsprach. — Gestatten Sie mir noch, an der Hand der Protokolle zwei für uns höchst wichtige Willensäußerungen des Kongresses wieder ins Gedächtnis zu rufen: Auf dem ersten Kongreß erklärte Herzl auf eine Anfrage des Baseler Rabbiners Dr. Cohn hier wörtlich folgendes: „Ich kann Sie versichern, der Zionismus beabsichtigt nichts, was die religiöse Ueberzeugung irgend einer Richtung innerhalb des Judentums verletzen könnte." Diesen Worten unseres teuren, unvergeßlichen Führers folgte „stürmischer Beifall". Der zweite Kongreß beschloß auf Antrag des Großrabbiners Dr. Ehrenpreis folgendes: „Der Zionismus erstrebt nicht nur die ökonomische und politische, sondern au'cbi die geistige Wiedergeburt des jüdischen Volkes und befindet sich heute auf dem Boden