Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 308)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 310 — fest und beauftragt die Palästinakömmission, bis zur nächsten Jahreskonferenz Studien über die Beschaffenheit des Bodens, sowie des Arbeitermaterials an Ort und Stelle vorzunehmen und einen detaillierten Kostenvoranschlag vorzuliegen, auf Grund dessen eine unter entsprechender Beteiligung der zionistischen Kreditinstitute zto begründende kapitalkräftige Gesellschaft die Durchführung des Beschlusses ehestens in Angriff nimmt." Wir sind sehr bescheiden, so daß Prof. Warburg gesagt hat, sein Antrag gehe weiter als der unsrige. Wir wollen! die Möglichkeit haben, eine Gesellschaft zu begründen und dieser dieselbe Unterstützung" gewährleistet zu sehen, wie jenen, die einige hundert Rubel mitgebracht haben. Diese Möglichkeit ist gegeben durch "unseren Vorschlag. Ich möchte Sie also bitten, unseren Vorschlag, unsere Resolution anzunehmen. Zum Schluß noch einige Worte. Nach und nach hat sich die Erkenntnis Bahn gebrochen, im Gegensatz, zu Herrn Motzkin, daß der jüdische Arbeiter nicht ein Element sei, das bei der Regenerierung unseres Volkes und Landes ignoriert werden kann. Und darum ist es begreiflich, daß wir in der letzten Zeit Klagen darüber gehört haben, daß das, wasin Palästina vorgeht, nicht ganz in der Ordnung sei. Ich war persönlich noch nicht in Palästina. Ich hoffe, daß es nicht lange dauern wird, daß ich dort sein werde, aber wir möchten Sie auf etwas aufmerksam machen. Sie glauben dadurch, daß Sie eine gewisse Organisation von Musterknaben schufen, die sich gegen die schlimmen Buben wenden, .die Frage gelöst zU haben. Da irren Sie. Die Fragen in Palästina sind nicht durch Ideologie zu lösen, das sind ökonomische Fragen, die stärker zum Ausdruck kommen müssen, wenn wir nichts vorkehren. Diese Fragen entstehen, weil Palästina ein Land ist, das eine starke sozialpolitische Gesetzgebung nicht gestattet, wo also die Kämpfe zwischen Arbeitern und Arbeitgebern eine schärfere Form annehmen müssen. Wir Poale Zionisten alle erklären, daß diese Kämpfe notwendig sind, wir wollen aber diese Kämpfe nicht um des Kampfes willen, sondern wollen die Hand dazu bieten, daß der Kampf beseitigt werde. Auch darin sind wir einig. Wir wollen auch die Mittel dazu geben. Wir wollen den Vorschlag machen, daß dem neuzugründenden Palästinaamt vor allem als vornehmste Aufgabe übertragen werde, ein Vermittlungsamt z,u begründen, das alle Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern durch Schiedsgerichte erledigen wird. (Beifall.) Es wird gewiß Fragen geben, die nicht durch Schiedsgerichte gelöst werden können, aber die Fragen, die in friedlicher Weise gelöst werden können,