Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 300)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 302 — mehr bedauern^ wenn sie es für möglich hielten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich würde es noch mehr bedauern, ihre Individualität würde ich bedauern, daß sie doch für möglich hielten, in irgendwelcher Weise einen Berührungspunkt mit uns zu finden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sprechen Sie nicht, Herr Dr. Marmorek, von Toleranz, zählen Sie nicht jene auf, die weg sind, dehn ich könnte auch eine Liste aufzählen: Wo ist Achad- Haam? (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Dr. Marmorek: Wo war er mit uns, wann war er mit uns? (Rufe: auf dem ersten Kongreß!) Deleg. Dr. Weizmann (fortfahrend): Wo ist Dr. Birnbaum? (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sie fragten: wo war er? Ist es nicht genug, daß diese Männer mit ihrem ganzen Leben mit uns sind, in ihren Schriften und in ihrem Denken? Deleg. Dr. Marmorek: Wer hat sie hinausgetrieben? Deleg. Dr. Weizmann (fortfahrend): Ich weiß es nicht! Wer hat denn Mandelstamm und Jassinöwski hinausgetrieben? (Unruhe.) Präs. (unterbrechend): Ich richte die Bitte an Sie, Herr Dr. Weizmann, sprechen Sie nicht mit einzelnen Personen, sonst kommen wir nicht zu Ende. Deleg. Dr. Weizmann (fortfahrend): Ich sage und bestehe also auf dem Satze: In dem Momente, wo ich diese ehrliche, gesunde Synthese der beiden Richtungen in unserer Bewegung sehen werde, dann werden wir vielleicht nicht die eine Seite mehr betonen, als es Ihnen paßt. Aber' ich behaupte, ich habe diese Synthese nicht gesehen. Und gerade das hat uns vielleicht zu diesem langsamen Versinken gebracht, in dem wir uns jetzt befinden. (Gewiß! Herr Motzkin hatte recht, indem er sagte, Herzl hat Möglichkeiten, hingestellt, aber Herzl hat mit den realen Möglichkeiten im Judentum nicht gerechnet, weil er sie nicht gekannt hat. (Ohorufe.) Und das war vielleicht sein Glück, und hat ihn vielleicht zu dem großen Führer' gemacht, welcher er war. „Das jüdische Volk hat noch nicht gezeigt, daß es will.4' Ich nehme Ihren Satz auf: Ja, es hat noch nicht gezeigt,, daß es will. Aber zeigen Sie mir den Weg, wie Sie es dazu bringen werden, daß es seinen Willen zeigt. Ist aber das nicht eine Willensbezeugung, wenn ein großer Teil der zionistischen Reihen nach Palästina geht und sagt, trotz' der Reden Motzkins und trotz der Tatsache, daß sich noch manches in einer starken Krise befindet, werden wir es doch tun, weil kein anderer Weg vorhanden ist? Und lassen Sie sich das sagen: die Regierungen werden nur dann auf Sie hören, wenn sie sehen werden, daß Sie im-