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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 294

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 294 (sequence 292)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2869-3479009
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— 294 — erbracht, daß wir ein reifes Volk' sind. Und wo sollen wir unsere politische Reife heüte zeigen? Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir kämpfen nicht gegen die Details, wir kämpf en nicht gegen die sogenannte praktische Arbeit in Palästina, wir kämpfen für, etwas viel Höheres. Wir kämpfen gegen den Geist, der unter uns plötzlich zu herrschen anfängt, von dem Momente an, wo die eiserne Faust Herxls, die auf uns alle drückte, fehlt. Wir bekämpfen den 'Geist, der es dazu gebracht hat, daß wir auf der; schiefen Ebene sicher und langsam abwärts gleiten, und immer schneller und schneller, wie es eben auf einer schiefen Ebene zu gehen pflegt, hinunter geraten. Wir halten noch fest an der politischen Flagge— ich spreche von der Gesamtheit und das ist viel zxi hoch, als daß, ich heute von, Personen sprechen soll, die alle vor der Größe unserer Aufgabe verschwinden — ich spreche von der 'Gesamtheit und sage: wir alle segeln noch unter der Flagge des politischen Zionismus Herzls. (Lebhafter Beifall.) Aber ich muß Sie fragen — greifen Sie sich voll ans Herz — wird unter dieser Flagge nicht schon falsche Ware verschifft? Wird nicht etwas anderes gesagt und etwas anderes gemeint? Wir haben verschiedene Redner gehört, welche uns Vomürfe machen, daß wir in Palästina nicht die wichtige praktische Arbeit vollführen. Der geehrte Vorredner, der als Arbeiter aus Palästina kömmt, hat uns an Beispielen gezeigt,, wie wir in Palästina praktisch arbeiten. Er hätte statt als Proredner an meiner Stelle als Kontraredner sprechen sollen. Er hat gezeigt, daß wir noch nicht politisches Verständnis haben, ujn dieses Experiment z'u machen, und gestatten Sie mir —, ich bin ein ziemlicher Fachmann in Experimenten, und Sie können mir glauben — gestatten Sie mir es zu sagen: nicht alle Experimente führen zu einem guten Resultat, und nicht von allen Experimenten lernt man. Sie können ja lange Experimente machen und — glauben Sie mir wieder, weil ich Fachmann bin — wissen am Ende ebensowenig, als Sie am Anfang gewußt haben. (Heiterkeit. Ruf: Sie machen aber doch die Experimente weiter!) Man ruft mir zu, ich mache rioch immer Experimente. Jawohl! Aber das kostet zehntausend Tieren das Leben, bis ich überhaupt vorwärts komme. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Was ist es also, was wir bei Ihnen bekämpfen, wogegen wir uns heute als Opponenten stellen? Das ist der Geist, der Sie beseelt! Gegen diesen Geist müssen wir ankämpfen, weil wir überzeugt sind — und das ist keine Phrase —, daß uns der große Herzl ein viel größerer Mann gewesen, als heute viele von Ihnen begreifen (stürmischer Beifall und Händeklatschen). Er hat oder wollte wenigstens dem Juden das einprägen, was er bis dahin nicht

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