Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 238)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 240 — unserer Arbeit so sein, dann sollen wir auch bei dieser auf die moralische Seite das Hauptgewicht legen. Meine Damen und Herren! Ich weiß nicht, ob Ihnen die Tatsache bekannt ist, daß in Palästina ein Verbot gegen die Einwanderung von Juden besteht. (Rufe: Ja!) Nun, meine Damen und Herren! In Amerika und auch in Deutschland gibt es gegenwärtig verschiedene Hotels, in denen aufgeschrieben steht: Juden sind gebeten, das Hotel zu verlassen. Ich glaube, daß der Jude; der in ein solches Hotel gehen würde, von unserer Seite wenigstens als ein sehr schlechter Jude angesehen werden würde. Hier handelt es sich um ein Hotel, bei uns handelt es sich aber um ein Land (Rufe: Unser Land!), um unser Land, ein sehr schönes Hotel, allein wir müssen selbst hier auf die Würde und die Dignität der Juden Rücksicht nehmen. (Ruf: Das sind Phrasen!) So? Warum hat man Dr. Nördau, als er zu Be^ ginn des Kongresses von der Würde und der Dignität der Juden sprach,, applaudiert? Das sind nur Phrasen! Das sind Phrasen für Ghettojuden/ aber für uns Zionisten sind es keine Phjrasen! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Zischen.) Meine Damen und Herren! Wenn es nicht schön und fein ist, daß ein Jude sich in ein (Hotel einschmuggelt, das ihm den Eintritt nicht gewähren will, so ist das auch nicht schön■ (Zwischenrufe.) Die Juden, welche in ein solches Hotel gehen, tun dies zu dem Zweck, damit man säge, sie seien keine Juden. . (Lebhafte Zwischenrufe. — Beifall. -— Schluß rufe.) Meine Damen und Herren! Ich begreife, daß es nicht angenehm ist, die Wajbrheit zu hören, Sie sollen sie aber einmal hören. Wir stehen hier vor der Regeneration der Juden. (Lebhafter Beifall.) Wir wollen keine Schmuggelpolitik hier treiben, wir wollen für die außerhalb Palästinas befindlichen Juden, die nach Palästina gehen möchten, um die Aufhebung des Einwanderungsverbots bitten (lebhafter Beifall und Händeklatsehen), damit sie als würdige Männer in das Land gehen können. (Erneuter Beifall und Händeklatschen.) Warum man däs, nicht getan hat, das muß mjan vielleicht gerade diejenigen fragen, die die Frage stellen. Hat man dem A. C. die Möglichkeit gegeben, so etwas, zu machen, hat man das A. C. unterstützt oder hat man nicht vielmehr immer schon zu Lebzeiten Herzls und. auch nach seinem Tode dieses Mißtrauen und diese Insinuationen in unsere Reihen hineingedrängt, so daß die Leitung selbst nicht gewußt hat, was sie tun soll? Wir haben für die außerhalb stehenden Juden, die nach Palästina gehen wollen, bevor wir in öffentlich-rechtlicher Beziehung etwas erreichen, wenigstens zu versuchen, .daß dieses Verbot aufgehoben werde. (Beifall.) Gleichzeitig müssen wir auch der türkischen Regierung zu verstehen geben, daß wir bereit sind, wir, die in das Land gehen wollen, türkische Untertanen zu werden (lebhafte Zustimmung), so daß wir der Türkei nicht internationale Komplikationen bereiten. (Zwischenrufe seitens des Del. Dr. L e w i n.) Präs. Wolffsolm: Herr Dr. Lewin, Sie sind bereits als Redner vorgemerkt, warten Sie doch, bis Sie zum Wort kommen. De], Cowen: Herr Dr. Lewin hat gewiß nicht zugehört, als ich sagte, daß das Verbot gegen die Judeneinwanderung noch existiert, ich wenigstens bin nicht geneigt,'meine Eigenschaft als Engländer dazu zu benutzen, um in ein Land hineinzugehen, in das es mir in meiner Eigenschaft als Jude hineinzugehen verboten ist. (Lebhafter Beifall. — Rufe: Es ist gestattet!) Nein, Juden ist die Einwanderung verboten, darüber ist gar kein Zweifel. Präs. Wolffsöhn: Mr. Gowen, ich bitte, sich durch die Unterbrechungen nicht beirren zu lassen. Meine Damen und Herren, Sie wollen doch alle gehört werden, und da gibt es nur ein einziges Mittel: . daß man jeden Redner ausreden läßt. (Zustimmung und Heiterkeit.) Es wird Ihnen sonst ebenso ergehen wie jetzt Mr. Cowen. Unterbrechen Sie also den