Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 233)
- Language
- German, English, Hebrew
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von jüdischen Arbeitern. Die Arbeiter in den Kolonien sind ausschließlich Araber, und wenn das so weitergeht und wenn wir die Privattätigkeit der einzelnen Kolonisten fördern, kann es nicht das Ziel der zionistischen Bewegung sein, nichts anderes ziu schaffen, als einen Abklatsch jenes sozialen Ghettomüieus, sondern wir müssen die gesunde Grundlage; jedes Volkstums, einen Bauernstand, einen Landarbeiterstand besitzen, Leute, die seßhaft sind. Wenn nur die Pächter Juden siind, die Arbeiter aber Aralber, so ist es unmöglich, ein jüdisches Gemeinwesen zu erhalten. Daher ist eine der Hauptaufgaben des Zionismus, nicht nur die Privatinitiative zu unterstützen, sondern auch ,z!u trachten, die Arbeiter seßhaft zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, in den Kolonien zu bleiben. Und einer der Vorschläge die darauf abzielen, betrifft die Siedlungsgenosse;nschaft. Es soll ein Stück Land womöglich vorn Nationalfonds gegeben werden, darauf soll eine Anzahl Arbeiter — mindestens 50 Leute, aber wenn es nicht anders geht, auch weniger — angesiedelt werden, die unter einer Administration stehen, damit diese sie erziehe und zu Landwirten mache. Und wenn die Leute so weit sind, die Sache selbst zu übernehmen, soll die Genossenschaft der Arbeiter dieses Gut übernehmen. Dagegen haben sich einige Bedenken erhoben. Namentlich die Poale Zion von Jerusalem haben gedacht, daß es sich darum handelt, die bereits ansässigen Arbeiter herauszureißen, und die Kommission stellt deshalb folgenden Antrag: „Der Kongreß'beauftragt das Palästinaressort, die Frage der Siedlungsgenossenschaft in' Palästina zu studieren und der nächsten Jähreskonferenz darüber Bericht zu erstatten." Wir haben das volle Vertrauen, daß Prof. Warburg, welcher sich für diese Frage schon warm eingesetzt hat, falls anzunehmen ist, daß ein Erfolg zu erzielen sei, die Sache inaugurieren wird. Der nächste Punkt betrifft die Schaffung eines Landinstituts, einer Agrarbank. Wir haben bisher in Palästina eine Bank, welche sich nur beschäftigen kann mit kurzfristigem Personalkredit, nicht aber mit langfristigem Agrarkredit, welche heute nicht in der Lage ist, Land anzukaufen, Land vorzubereiten, Land wieder zu verkaufen. Das ist die zweite Seite, welche uns in Palästina noch fehlt, daher sind die Vorschläge von Prof. Warburg und Dr. Heymann erfolgt, eine solche Landbank zu schaffen. Es ist nicht beabsichtigt, ein separates Institut ins Leben zu rufen, weil dies mit gewissen Schwierigkeiten verbunden wäre, aber die Antragsteller sind der Meinung, wenn es nicht möglich ist, der A. P. C. eine separate Abteilung anzugliedern, daß es möglich sein muß, eine separate