Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 230)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 232 — monaca", die die Aktion leitet, als ein Wahrzeichen der Dankbarkeit der jüdischen Volksgenossen ein Theodor Herzl-Denkmal errichtet werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich war überzeugt, daß diese Mitteilung Ihren Beifall finden würde, denn \vo in den Golusländern könnte ein Theodor Herzl-Denkmal auf Widerstand. stoßen? An keinem Orte der Welt außerhalb Palästinas ist die Gelegenheit für die Errichtung dieses Denkmals so günstig als in der Bukowina. Den Theodor Herzl- Platz haben wir. Wir werden mit Unterstützung unserer auswärtigen Brüder in der Lage sein, auf diesem Platze, unweit der jüdischen Synagoge, wo unsere hebräischen Gesänge laut werden, im jüdischen Viertel von Czernowitz, — das Theodor Herzl-D enkmal. zu errichten. Ein bescheidener Anfang ist gemacht. An Ihnen liegt es, die Sache zu fördern. Fürchten Sie nicht, meine Herren, daß im Goluslande ein Herzl- Denkmal auf Widerstand stoßen ikönnte bei den anderen Völkerschaften. In der Bukowina sind wohl antisemitische Ansätze zu verspüren. Aufrichtige nationale Betätigung der Juden haben aber diese nicht hervorgerufen. Im Gegenteil, Juden mit offenem Visier werden selbst von den grimmigsten Judenhassern geachtet. Und jene Juden, die man als Volkshyänen bezeichnet, jene Ausbeuter und Wucherer, die das Landvolk .im Verein mit christlichen Wucherern drangsalieren, mit diesen haben ' wir keine Gemeinschaft. Vizepräs. Greenberg: Herr Dr. Kaßner, wir haben noch viel zu erledigen, . Del. Dr. Kaßner: Ich bin nun bald zu Ende. Wir sind Autochthonen des Landes und haben in der Bukowina darum ein Recht, uns national gleich den. anderen Völkerschaften ausleben zu können. Ich habe bereits einmal diese historische Tatsache, daß die Juden der Bukowina Autochthonen sind, in einem Zeitungsartikel nachgewiesen. Wir sind dort nicht Geduldete, wir haben ein Recht, uns ebenso als Herren des Landes zu gerieren wie die anderen Völkerschaften. Schon bei Okkupation der Bukowina durch Oesterreich spielten die Juden im Lande eine Rolle. Als General Enzenberg im Jahre 1778 die Administration übernahm, wählten die Juden den Dorfrichter (Dwornik). Nach Herkommen war dies ein Recht der Grundherren. Da aber die Adeligen ihre Güter an Juden verpachteten, ging auch das Recht der Wahl oder Ernennung der Dorfrichter an die jüdischen Pächter über. Sie spielten also schon im Verwaltungsorganismus jener Zeit eine Rolle. Und das ist nicht unbedeutend.,. Doch dies nur nebenbei. Ich habe ausführlich von der Bukowina gesprochen, weil ich Sie für das Herzl-Denkmal am Theodor Herzl-Platz in Czernowitz interessieren will. Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf dieses Werk. Arbeiten Sie.mit« Sie darum zu bitten, bin ich vornehmlich] hierher gekommen. Ich habe geschlossen. (Lebhafter Beifall.) Sekr. Berger: Die Sammlung für Oelbäume für den Herzlwald durch Fräulein Dr. M. Kisselewa und Herrn Melamed auf dem Kongreß hat bisher fast 100 Bäume ergeben, nämliqh 216 Gulden, 75 Cents, 54 Mark, 50 Pfennige und 23 Rubel. Außerdem hat Herr Direktor Kremenezky eine Sammlung veranstaltet, die 73 Bäume ergeben hat. Vizepräs. Greenberg: Das Wort hat Herr Böhm für das Keferat der Palästinakominission des Kongresses. Ref. Böhm: Geehrter, Kongreß! Ich habe heute die Ehre, die Beschlüsse der Palästinakommission vorzulegen. Diese Kommission hat eine Reihe von langen Sitzungen abgehalten, die letzte gestern nachts, und ich bitte um Entschuldigung, wenn mein Bericht einige Lücken aufweisen wird. Es hat