Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 227)
- Language
- German, English, Hebrew
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^V:;/.;^ Montag, 19, August 1ÖQ7 VORMITTAGS-SITZUNG BEGINN: UHR .7.-Vizepräs. Greenberg; Ich eröffne die. Sitzung. Das Wort hat Herr Di\ Kaßner. Del. Dr. Kaßner: Ich komme erst heute zum Wort, wiewohl ich bereits früher gemeldet, war. Ich will von 'einer Angelegenheit sprechen, die. vielleicht, streng genommen, nicht ganz in diese Debatte hineingehört, aber die gewiß falle Teilnehmer am Korigreß interessieren und vielleicht einen Lichtpunkt des heurigen Kongresses bilden wird. Es handelt sich um etwas, was bereits getan wurde, um eine bereits erfolgte Ehrung des Andenkens unseres verewigten Führers Dr. HerzI in einem fremden Lande, wie sie bis jetzt in keinem Ljande der jWelt möglich war und sobald nicht möglich sein wird. 7; Gestatten;Sie, daß ich Ihnen einiges über das Land sage, aus dem ich' komme. . Zwischen Ost- und Westjudentum haben wir in der Bukowina eine Enklave eingebettet, welche weder ersterem noch letzterem zugezählt werden kann. Es ist eine Judenschaft sui generis, die hier an drei Grenzen wohnt, und diese Volksgenossen sind einer besonderen Erörterung wert. Sie sind erstaunt, bei der Judenschaft der Bukowina einen Unterschied herausgemeißelt zu sehen. Dieses Staunen ist uns nicht neu. Wir sind daran gewöhnt, bei vielen Gebildeten noch immer jene geographische Unbeholfenheit zu konstatieren, die es mit sich bringt, die Bukowina als zu Galizien gehörig zu betrachten. Dies hat zur Folge, daß wir uns fälschlich dem östlichen Judentum zuJgezählt wissen, ohne Angabe jener merklichen Differenzierung, die der Bukowina zwischen Ostxmd Westjudentum einen besonderen Platz anweist. Während das Westjudentum lediglich auf Grund eines gedanklichen Prozesses seines Volkstums bewußt geworden ist und hierdurch in deutlichem Gegenstaze zum Ostjudentum steht, das unbekümmert um äußere Einflüsse sein auf der Religion aufgebautes und in derselben wurzelndes Volkstum bewahrt hat, stellt die Bukowina — infolge ihres Völkerkonglomerates: Rumänen, Ruthenen, Polen, Deutsche, Juden, Magyaren, Lippowener usw. Kleinösterreich genannt — durch die Eigenart ihrer jüdischen Bewohner einen besonderen Typus der österreichischen Judenheit dar. Nicht die Volksgruppe in territorialer Beziehung allein bringt den Unterschied mit sich, es sind eine Reihe politischer, kultureller und nicht in letzter Linie wirtschaftlicher Momente, die die Bükowinaer Juden weder dem östlichen noch dem westlichen Judentum zuzählen läßt. Und der Umstand, daß Galizien dazwischen liegt, macht den Unterschied hoch