Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 188)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476270--2765-3478905- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 190 — Und nun zu einigen Vorwürfen, die Herr Dr. Rosenbaum vorgebracht hat. Dr. Rosenbaum hat uns den Vorwurf gemacht, daß wir während sieben Jahren eine Aenderung der Statuten nicht durchführen konnten. Dieser Vorwurf ist aber ein ganz verf ehlter. Wenn ein solcher Vorwurf gemacht werden könnte, richtet er sich jedenfalls nicht gegen uns. Denn für uns existiert der Gedanke einer Statutenänderung erst seit der Generalversammlung vom Jahre 1905. Früher konnten wir nicht den geringsten Schritt unternehmen. Ich habe aber chronologisch dargetan, daß wir seit dem Jahre 1905 alles getan haben, was wir tun konnten, um die Sache durchzuführen. Der Vorwurf des Herrn Dr. Rosenbaum ist also durchaus unberechtigt. Er hat aber noch eine Andeutung fallen lassen, gegen die ich mich wenden muß. Wenn man kämpft, so kämpft man nicht mit giftigen Waffen! Wenn Sie, Herr Dr. Rosenbaum, den Vorwurf gegen uns erhoben haben, das Direktorium hätte Dokumente hergegeben, warum sagen Sie es nicht gerade heraus, wozu Andeutungen, die mißverstanden werden können? Das hätte ich von einem Kollegen und Freunde nicht erwartet. Ich möchte die verehrten Herren noch einmal bitten, sprechen Sie alle Ihre Ansichten gerade aus, kämpfen Sie für Ihre Ansichten, aber glauben Sie an die Loyalität des Direktoriums! Ich kann nicht nur in meinem Namen sprechen, sondern ich hoffe, daß mich überhaupt niemand verdächtigen wird, ich hätte nicht vollkommen recht und loyal gehandelt. Ein Beschluß des Kongresses ist für mich dasgrößte Heiligtum. Ich sehe: der Kampf ist ziemlich weit gediehen, und Sie haben nun zu entscheiden. Entweder Sie fassen den Beschluß, man solle den Prozeß durchführen, dann müssen wir, mit idem Kopfe durch die Wand, weitergehen und selbst auf Kosten unseres Instituts die Sache weiterführen. Es fällt mir da ein, daß ich früher ein wichtiges Moment vergessen habe. Man spricht von der Möglichkeit einer Auflösung der Gesellschaft. Ich habe Ihnen früher die Ansicht des Councils und des Sollicitors dargestellt, und darüber sollte kein Zweifel herrschen. Herr Dr. Gaster aber hat gesagt, daß das unmöglich ist. Glauben Sie, daß dann unsere Vertreter; zu den Direktoren kämen und sagen würden, daß sie operieren sollen? Manche Andeutungen des Richters, die ich früher angeführt habe, deuten geradezu darauf hin, daß ein solcher Beschluß möglich ist. Wir haben also drei Möglichkeiten, entweder wir gehen weiter und riskieren dabei, daß wir das, was wir im Laufe der Jahre geschaffen haben, wieder verlieren, oder Sie beschließen, daß der Prozeß nicht weitergeführt wird. Das dritte