Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 172)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 174 — Sache der Generalversammlung. Der Kongreß wird sich doch nicht damit beschäftigen, ob derartige oder . . . Del. Spira: Nicht über „derartige" oder andere Geschäfte will ich sprechen, sondern ob die Bank überhaupt Geschäfte machen darf oder nicht. Das ist zweifellos eine prinzipielle Frage. Ich werde mich übrigens sehr kurz fassen. Das Direktorium hat sich also herbeigelassen, aus dem Grunde in Rußland Geschäfte zu machen, weil der größte Teil der Aktien in Rußland gezeichnet worden ist. Wie ist das russische Geschäft ausgefallen? Wiewohl uns stets nachdrücklich betont wurde, daß das Direktorium hauptsächlich auf die Sicherheit der Anlage sehe und nicht so sehr auf einen Zinsenvorteil, hat sich nach Ausbruch der russischen Wirren das Direktorium im Herbst 1905 gezwungen gesehen — ipsissima verba —, das russische Geschäft gänzlich einzustellen. Nach 11/2 Jahren, im März 1907, konstatierte der Direktionsbericht, daß das russische Geschäft wesentlich eingeschränkt worden ist. War sehen also, daß das russische Geschäft . . . Präs. Wolffsöhn: Herr Spira, ich bitte noch einmal: ob man in Rußland Geschäfte macht, gehört nicht in den Kongreß. Dafür haben wir Mittwoch die Generalversammlung. Dort haben wir die beste Gelegenheit, alles vorzubringen. Hier im Kongreß können wir doch nicht darüber sprechen, ob in Rußland Wechsel diskontiert werden sollen u. dgl. Del. Spira: Ich behalte mir also vor, in der Generalversammlung detailliert über die Sachen zu sprechen. Hier erlaube ich mir nur noch die Anträge zu verlesen, die ich dem Kongreß zur Annahme empfehle. Sie lauten (liest):! 1. Antrag: Erweiterung der Kommission zwecks Beratung der Statutenänderung. % 2. Antrag: Da die Bank J. C. T. ausschließlich im Hinblick auf die Zwecke in Palästina gegründet wurde, sämtliche laufenden Kreditgeschäfte außerhalb Palästinas abzuwickeln und das Geschäft nur auf Palästina zu beschränken. Dei. Resek: Meine sehr geehrten Herren! Wir haben nun verschiedenartige Ansichten über den Prozeß der Kolonialbank gehört. Im wesentlichen standen sich die Ansichten eines Advokaten, des Rechtsanwalts Rosenbaum, und die Ansichten von Herren gegenüber, welche, wie sie einige Male ausdrücklich betont haben, palästinafreundlich sind, also von ausgesprochenen Zione-Zionisten. Diese Herren, zumeist praktische Kaufleute usw., haben sich dafür ausgesprochen, daß man .aus praktischen Gründen den Prozeß fallen lassen möge. Ganz richtig hat bereits in seinem Referat der Herr Präsident der Kolonialbank die „Soll"-Seite und die ,,Haben"-Seite dieses Prozesses angeführt. Die „SoIT'-Seite ist die, daß, wenn wir den Prozeß gewinnen, wir jedenfalls bedeutende Spesen haben werden, ohne Aussicht, von Seiten der Gegenpartei die gewonnenen Spesen zu bekommen. Dagegen, wenn wir, was auch betont wurde, wider Erwarten den Prozeß verlieren, müssen wir der Gegenpartei unbedingt die ganzen Kosten bezahlen. Wie Herr Dr. Heymann ganz richtig ausgeführt hat, betragen die Kosten fast einen ganzen Jahresgewinn der Kolonialbank. Meine Herren, es ist etwas Unnatürliches im Bankwesen, daß ein Prozeß eines Bankinstituts fast einen ganzjährigen Gewinn verschlingen soll. Wie bereits einmal, ich glaube Mr. Greenberg, in seiner Gegnerschaft gegen die Aenderung der Bankstatuten ausgeführt hat, war das Motiv das, daß in zwei, drei Jahren ganz gut eine eventuelle andere Majorität wieder die Statuten ändern könnte, wir könnten wieder in einen Prozeß verwickelt werden, der genau dieselben Kosten verschlingen könnte wie der jetzige. Also die Aenderung könnte in zwei bis drei Jahren, je nachdem sich die Majorität gestaltet, durchgeführt werden, und der Gewinn der Kolonialbank könnte in Prozeßkosten aufgehen. Aber noch ein anderes