Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 143)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 145 — kommen, wo wir stolz und selbstbewußt vor die Mächte und die türkische Regierung1 hintreten können, und, indem wir auf unsere Taten verweisen, mit Aussicht auf Erfolg verlangen können, daß man uns auch die Bahn für größere und schwierigere Arbeiten eröffnen solle, zum Segen der Türkei und zum dauernden Gewinn für Kultur und Zivilisation. (Minutenlang andauernder stürmischer Beifall, die Versammlung akklamiert den Referenten durch Händeklatschen und Tücherschwenken.) Mr. Cowen: Wird dieses Referat gedruckt? (Unruhe.) Vizepräs. Dr. Gaster: Ich werde bei der Redaktion der „Welt" anfragen. Es wird alles mögliche geschehen, um diese Resolutionen so bald als möglich in der „Welt" zu veröffentlichen. Ich bitte aber jetzt um Ordnung und Ruhe. Ich habe Ihnen einige Mitteilungen zu machen: Das Haager Kongreßbureau spendet zehn Herzl-Bäume. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die Diskussion über Palästinafragen ist vertagt worden bis nach dem Bericht der vom Kongresse einzusetzenden Palästina-Kommission. Die Namen der fehlenden Mitglieder werden hier nachgetragen. Die deutsche Landsmannschaft ernennt als ihre Vertreter die Herren Dr. Pleymann und Dr. Loewe. Die russische Landsmannschaft entsendet als ihre Vertreter die Herren Aleinikow, Boruchow, Rabinowirsch, Weißenberg, Nissenbaum. N ossig und Markus Kahan. Die Palästina-Kommission wird sich wahrscheinlich gleich nach Schluß der morgigen Sitzung konstituieren. Ich muß darüber noch den Bescheid des Herrn Wolffsöhn erfahren, um die Tagesordnung dann demgemäß feststellen zu können. Die Mitteilung wird zur Zeit gemacht werden. Das Wort hat jetzt im Anschluß an das Referat Warburg Herr Dr. Bodenheimer. Es liegt nur vorher eine kleine Mitteilung von Seite des L e g i t i - m a t i o n s ja(u s s c h;u s s e s vor. Ich bitte Plerrn Bercy Baker, die Mitteilung zu machen. Del. Percy Baker: Bezüglich der beanstandeten Wahl von St. Gallen hat sich nachträglich ein Zeuge eingestellt, auf Grund dessen Aussage sich Zweifel hinsichtlich der Ablehnung der Wahl ergaben. Da die Wahl absolut nicht authentisch festzustellen ist, glauben wir, daß die neue Sachlage dem Delegierten zugute kommen muß und empfehlen dem Kongreß, die Wahl von St. Gallen nachträglich zu genehmigen. Vizepräs. Dr. Gaster: Es ist eine Richtigstellung eingelaufen für eine Wahl, die der Legitimationsausschuß beanstandet hat. Der Kongreß wird ersucht, den Beschluß des Legitimationsausschusses anzunehmen, nachdem die Richtigstellung jetzt vorgebracht worden ist. Del. Fogal: Ich bitte um das Wort zur Geschäftsordnung. Vizepräs. Dr. Gaster: Ich kann jetzt keine Diskussion zulassen. Es kann hier keine Geschäftsordnungsfrage auftreten, wro ein Fall richtiggestellt wurde. Der Kongreß nimmt den Beschluß des Legitimationsausschusses an in diesem wie in einem anderen Falle. (Zustimmung.) Del. Fogal: Ich möchte nur vorschlagen, daß der Legitimationsausschuß sich bei dem Delegierten von St. Gallen entschuldigt. (Unruhe.) Vizepräs. Dr. Gaster: Das ist eine Zumutung, die man dem Kongreß nicht machen kann. Der Legitimationsausschuß urteilt nach den Dokumenten, die ihm vorliegen. In dem Moment, wo andere Tatsachen, die vorher unbekannt waren, vorgebracht werden, die zur Richtigstellung dienen, läßt sich der Legitimationsausschuß von dieser Richtigstellung leiten.